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Schutz vor Krankheiten: Krank wegen nasser Haare? Zwölf Gesundheitsmythen, die Sie vergessen können

Machen nasse Haare krank? Und ist eine fettarme Ernährung automatisch gesund? Wir verraten Ihnen zwölf Gesundheitsmythen, an denen nichts dran ist.

Eine Frau duscht sich

Morgens nach dem Duschen muss es schnell gehen. Aber darf ich mit nassen Haaren das Haus verlassen - oder droht dann eine Erkältung?

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10 unsinnige Gesundheitstipps
Immer gerade sitzen - das schützt vor Rückenschmerzen.

Falsch! Wer den ganzen Tag mit geradem Rücken am Schreibtisch sitzt, riskiert sogar Verspannungen. Unser Rücken liebt die Vielfalt! Deshalb zwischendurch immer mal wieder aufstehen, sich bewegen und in verschiedenen Positionen sitzen.

Lieber Margarine aufs Brot schmieren als Butter.

Margarine ist nicht automatisch gesünder als Butter. Auch beim Abnehmen hilft das pflanzliche Fett nicht - beide Streichfette enthalten in etwa gleich viele Kalorien. Die Warnungen vor Butter aufgrund seiner gesättigten Fettsäuren sind größtenteils durch Studien widerlegt. Sie ist also besser als ihr Ruf. Wem das tierische Fett schmeckt, darf es ohne schlechtes Gewissen auf das Brot schmieren. Das gilt insbesondere für gesunde, schlanke Menschen.

Wer mit nassen Haaren ins Freie geht, wird krank.

Das stimmt so nicht. Nasse Haare machen nicht automatisch krank - an Fieber, Husten und Halsschmerzen sind Viren oder Bakterien schuld. Zwar gibt es Hinweise, dass Nässe und Kälte Erkrankungen begünstigen können. Dem Körper fällt es dann schwerer, die Erreger abzuwehren. Dafür müssen aber bereits Krankheitserreger im Körper zirkulieren.

Warme Kleidung schützt vor einer Erkältung.

Das ist erwiesenermaßen falsch. Eine Erkältung wird durch Viren ausgelöst – und die lassen sich von Schal, Wollmütze und Co. nicht abschrecken. Richtig dagegen ist, dass Menschen in der kalten Jahreszeit vermehrt an Erkältungen erkranken. Das liegt aber eher an der trockenen Heizungsluft, die die Schleimhäute angreift und so durchgängiger für Krankheitserreger macht. 

Eine fettarme Ernährung ist gesünder.

Auch dieser Gesundheitstipp gilt mittlerweile als überholt. Menschen, die sich fettarm ernähren, greifen eher zu Kohlenhydraten, wie Reis, Nudeln und Brot. Doch diese sind schnell verdaut - und der Körper giert nach mehr. Fettreiche Lebensmittel dagegen sättigen gut und halten lange vor. Außerdem enthalten sie mehr fettlösliche Vitamine wie Vitamin D. Experten empfehlen daher, viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung zu legen und vor allem naturbelassene Lebensmittel zu essen.

Von Obst kann man nicht genug essen.

Keine Frage: Obst ist gesund. Doch unsere Verdauung ist für eine zu große Menge an Fruchtzucker nicht ausgelegt. Etwa 35 Gramm des Süßmachers verarbeitet unser Körper in der Stunde meist problemlos – eine Menge, die in sechs Äpfeln oder zwölf Orangen steckt. Wer viel Obst isst und zudem zu Softdrinks greift, kann das zu spüren bekommen. Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder Sodbrennen sind die unangenehmen Folgen. Vorsicht auch vor Smoothies: Sie enthalten reichlich Fruchtzucker, den wir in kürzester Zeit konsumieren. Das kann die Verdauung überfordern.

Frühstück ist ein Muss.

Lange galt das Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages – doch Ernährungsexperten rücken von dieser Vorstellung zunehmend ab. Was zählt, ist das eigene Befinden: Gesunde Erwachsene, die auch ohne Frühstück fit in den Tag starten, können getrost darauf verzichten. 

Nicht so viel Kaffee trinken – das trocknet den Körper aus.

Auch dieser Gesundheitstipp ist widerlegt. Zwar erhöht das Getränk kurzfristig den Harndrang, über den Tag verteilt scheiden Kaffeetrinker aber ähnlich viel Flüssigkeit aus wie Nicht-Kaffeetrinker. "Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können in der Flüssigkeitsbilanz wie jedes andere Getränk behandelt werden", schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Rund 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag gelten als ideal.

Heiße Zitrone hilft gegen Erkältung.

Die "Heiße Zitrone" soll viel Vitamin C enthalten und so das Immunsystem bei einer Erkältung unterstützen. Laut Experten gehört diese Annahme jedoch in das Reich der Vitaminmärchen: Zum einen enthält die Frucht vergleichsweise nur wenig Vitamin C. Zum anderen ist dieses hitzeempfindlich und wird beim Aufbrühen sehr schnell zerstört. Fraglich ist außerdem, ob viel Vitamin C dem Körper bei einer Erkältung hilft - Studien haben jedenfalls keinen Effekt nachweisen können. Besser bei einer Erkältung: viel Tee trinken, sich ausgewogen ernähren und seinem Körper Ruhe gönnen.

Zahnseide ist ein Muss.

Der Nutzen der Zahnseide konnte bislang nicht eindeutig bewiesen werden. Unabhängige Wissenschaftler der Cochrane Collaboration werteten vor einiger Zeit Studien zum Nutzen der Zahnseide aus und konnten keine Beleg dafür finden, dass das Verwenden der Zahnseide vor Karies schützt. Auch die jüngst aktualisierten US-amerikanischen Richtlinien für eine gesunde Lebensweise empfehlen den dünnen Faden nicht mehr.

Tablette geschluckt – Schmerz weg.

Das wäre schön, doch leider kann diese Binsenweisheit mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wer zu oft Tabletten gegen Kopfschmerzen schluckt, kann genau deswegen noch mehr Schmerzen bekommen. Der Grund: Der Körper gewöhnt sich an die regelmäßige Dosis, und es entsteht eine Medikamentenabhängigkeit. Ziehen Sie unbedingt Ihren Arzt zurate, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie ohne Schmerzmittel nicht mehr auskommen. Wer zu oft und zu lange Schmerzmittel einnimmt, kann damit auch seine Organe schädigen.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel und sollten nur in Maßen gegessen werden.

Lange war das Frühstücksei als Cholesterinbombe verpönt. Rund 400 Milligramm Cholesterin stecken in einem Hühnerei, doch nur rund die Hälfte wird vom Körper überhaupt aufgenommen. Der Einfluss der Eier auf den Cholsterinhaushalt wurde daher lange Zeit überschätzt. 


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