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Krebs: Neuer Bluttest soll zeigen, wer geheilt ist

Forscher haben einen neuen Bluttest vorgestellt, der einen deutlichen Fortschritt für die Krebstherapie bedeuten könnte. In wenigen Jahren könnten Kliniken den Test einsetzen, sagen die Wissenschaftler. Zurzeit ist das Verfahren jedoch noch zu teuer.

Der neue Bluttest verbessert die Krebsdiagnostik

Der neue Bluttest verbessert die Krebsdiagnostik

Ein neuer Bluttest für Krebskranke kann feststellen, ob ein Tumor auf eine Therapie anspricht oder ob er wiederkommt. Er ist in der Lage, winzige Rückstände von Tumorzellen im Körper nachzuweisen. Konventionelle Verfahren konnten dies bis jetzt nicht. Der neue, bislang noch experimentelle Test soll Ärzten helfen, ihre Patienten besser zu überwachen und notfalls früher einzugreifen. So können sie auch Metastasen vorbeugen. Findet der Test keine Rückstände von Tumorzellen, könnte er krebsfreien Patienten weitere Behandlungen und Chemotherapien ersparen.

"Der Test zeigt, wer geheilt ist und wer nicht", sagte der US-Onkologe Victor Velculescu am Donnerstagabend auf der Jahrestagung des weltgrößten Wissenschaftsverbandes AAAS (American Association of the Advancement of Science). Velculescu und ein Team von Krebsexperten hatten den Test an der John Hopkins Universität in Baltimore entwickelt und stellten ihn auf dem AAAS vor. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden am 24. Februar im Fachjournal "Science Translational Medicine" veröffentlicht. Bisher haben die Forscher der John Hopkins Universität erst das Blut von vier Darmkrebs- und zwei Brustkrebspatienten getestet. Genauso gut könne der Test aber jede andere Krebsart überwachen helfen, berichtete Velculescu. Der Times Online sagte er, dass der Test in weniger als fünf Jahren in Kliniken eingesetzt werden könne.

DNA-Tests zeigen die Tumorentwicklung auf

Tumorzellen nachzuweisen kann sehr schwierig sein. Kein Krebs gleicht dem anderen, erläuterte Velculescu, und es gibt keinen gemeinsamen Biomarker, der ihn entlarven würde. Das sind biologische Merkmale, die auf einen gesunden oder krankhaften Prozess im Körper hinweisen. Deswegen suchte das Team mit modernsten Sequenziergeräten im Erbgut von Patienten nach dem sogenannten Fingerabdruck der jeweiligen Tumoren. Sie konzentrierten sich dabei auf größere Erbgutstücke, in denen sich ganze Abschnitte verschiedener Erbgutträger (Chromosomen) neu gruppiert hatten, statt auf einzelne Gene. Denn solche Reorganisation komme nur in Krebszellen vor, berichtete Velculescu.

Die Forscher entdeckten bei ihren ersten Patienten je 4 bis 15 Reorganisationen der DNA. Daran können sie erkennen, ob noch Krebszellen im Körper sind: Diese Reorganisationen sind eine Art Fingerabdruck eines Krebses. Denn der Tumor sondert DNA in die Blutbahn ab, die dort vom maßgeschneiderten Erbgut-Scan erfasst wird. Die DNA-Reorganisationen dienen dann als Biomarker und zeigen die Entwicklung des Tumors an. Ein solcher Scan ist also Voraussetzung für den neuen Bluttest. Laut Velculescu ist er zurzeit noch teuer: Der Preis liege in den USA bei rund 5000 Dollar, was etwa 3700 Euro entspricht. In wenigen Jahren aber dürfe das Verfahren nicht teurer sein als die derzeit übliche Computertomographie (CT).

DPA / DPA
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