Krebstherapie Gesprengte Tumore


Eine irische Firma hat eine Technik entwickelt, mittels Ultraschall Krebszellen nicht-invasiv zu zerstören.

Erst im Tierversuch wirksam

Die irische Firma Gendel hat eine nicht-invasive Alternative zur chirurgischen Entfernung von Tumoren entwickelt. Die noch experimentelle Ultraschall-Technik zerstört eigenen Angaben zufolge Krebszellen und kommt ohne Medikamente oder Bestrahlung aus. Nach der Zerstörung werden die Krebszellen absorbiert. Bei 50 Labormäusen funktionierte die Technik. Mit ersten Tests am Menschen ist erst in zwei Jahren zu rechnen.

Die Technik basiert auf der Anlegung eines elektrischen Feldes an den Tumor, der so für eine nachfolgende Ultraschall-Behandlung empfänglich wird. Diese Kombination scheint zur Selbstzerstörung der Tumorzellen zu führen. Die so genannte "Combined electric field and ultrasound"-Technologie (CEFUS) basiert auf einem Verfahren, das Gendel für die Übertragung von Medikamenten in schwer zugängliche Körperregionen entwickelt. Als "Shuttle" dienen die Patienten-eigenen roten Blutkörperchen. Auch bei dieser Methode, die noch in diesem Jahr bei Menschen getestet werden soll, werden die Hüllen der roten Blutkörperchen elektrisch gereizt und durchlöchert. Medikamente könne sich so den Weg in das Innere der Zelle bahnen. Wird an einer bestimmten Körperstelle Ultraschall verabreicht, zerreißen die behandelten Blutkörperchen und geben das Medikament zielgenau ab.

Keine Nebenschäden

Im Fall der Tumorbehandlung ist die verwendete Schallstärke vergleichsweise gering. Damit die Krebszellen dem Schalldruck nicht standhalten, müssen sie erst elektrisch gereizt werden. Um den Tumor sorgfältig zu entfernen, wird aber auch angrenzendes, gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. "Dabei", ergänzte McHales Partner Les Russell, "unterscheidet sich die Methode aber nicht von herkömmlichen Operationen oder einer Strahlentherapie. Beide haben das Problem von Nebenschäden."

Ziel der Firma ist die Entwicklung eines tragbaren Gerätes mit Wegwerf-Elektroden. Das Gerät soll die Ausrüstung für sowohl im Körper gelegene Tumore als auch für äußerlich sichtbare Geschwulste beinhalten, berichtet das Magazin New Scientist. Nach einer lokalen Anästhesie dauert die Prozedur nur wenige Minuten, erklärte einer der Gendel-Gründer, Tony McHale. Noch konnten die Forscher allerdings nicht vollständig klären, warum die porösen Zellen nach einer Ultraschall-Behandlung bersten, ob die Behandlung an sich wirkt oder ob das elektrische Feld die Tumorzellen permeabel macht und schwächt. Kritiker warnen vor großer Euphorie, viele Behandlungen verliefen in der frühen Testphase erfolgreich und versagten bei Menschen.


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