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Gut zu wissen Ist es eigentlich normal, wenn Mais nicht verdaut wird?

In uns leben unzählige Bakterien. Genauer gesagt: in unserem Darm. Die kleinen Helfer sind ganz schön nützlich. Sie sind Teil des Immunsystems und steuern unser Wohlbefinden. Was können wir tun, um die Darmflora günstig zu beeinflussen? Ganz einfach: richtig essen. Und zwar diese Top 5 Lebensmittel für den Darm.
Gute Lebensmittel für den Darm
Kefir enthält Bakterien und Hefen, die sich im Darm ansiedeln können. In Sauerkraut stecken Milchsäurebakterien, die zu einer artenreichen Darmflora beitragen. Buttermilch enthält sogenannte Probiotika – also lebensfähige Mikroorganismen. Das milchsauer vergorene Gemüse Kimchi strotzt nur so vor wertvollen Mikroorganismen. Und zu guter Letzt: Joghurt enthält ebenfalls Milchsäurebakterien, die Teil einer gesunden Darmflora sind.
Wer seiner Darmflora etwas Gutes tun will, sollte diese Lebensmittel regelmäßig essen. Umstritten ist dagegen der Nutzen sogenannter probiotischer Getränke. In Studien konnte keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Außerdem enthalten die Mittel oft einen kritischen Stoff: Zucker – übrigens genauso viel wie Cola.
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Mais nach dem Verzehr scheinbar unverdaut wieder ausgeschieden wird? Wir wollten von einem Gastroenterologen wissen, woran das liegt und was es für unsere Gesundheit bedeutet.

Ob im Chili con Carne, auf dem Grillteller oder als Popcorn - die Deutschen lieben Mais. Für Irritation sorgt jedoch oft das "Danach". Denn wer einige Stunden nach dem Maisgenuss die Toilette aufsucht, dem wird eines auffallen: Mais ist auch nach dem Verzehr noch deutlich als solcher zu identifizieren.

In Online-Frage-Portalen häufen sich die neugierigen und teils auch besorgten Fragen der Nutzer: "Ist es eigentlich normal, dass Mais nicht verdaut wird?", "Ist Mais nährwertlos?", "Wieso verdaut mein Körper Mais so schlecht?" 

Verdauung von Mais: Wir kauen zu schlecht

Prof. Dr. Christian Trautwein ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin in Aachen. Der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten kann genau erklären, was in unserem Darm mit dem Mais passiert - oder eben nicht:

"Maiskörner haben eine Hülle aus Cellulose, und Cellulose ist durch unsere Verdauungssäfte im Darm nicht verdaubar. Wenn man nicht gründlich genug kaut und die Hülle unversehrt bleibt, kann der Mais unverdaut wieder ausgeschieden werden."

Da hilft nur der Einsatz der Zähne, weiß der Experte: "Wenn man die Hülle durch Kauen löst, kann das Innere des Maiskorns, was vor allem Stärke ist, meistens relativ gut verdaut werden." Aber eben nur meistens. Denn auch die Zubereitung des gelben Korns spielt eine wichtige Rolle. "Durch das Erhitzen von Mais können aus der Stärke Dextrine entstehen. Diese Bestandteile sind dann wiederum auch nicht gut verdaubar", so Trautwein. 

Ob verdaut oder unverdaut - Mais ist gesund

Es gibt also zwei Probleme bei der Verdauung von Maiskörnern: Zum Einen kann die oftmals unversehrte Cellulosehülle von den Verdauungssäften nicht zerlegt werden - das Maiskorn wird unbeschädigt wieder ausgeschieden. Ein anderes Hindernis stellt die Erhitzung des Maises dar, denn aus der Maisstärke entstehen dadurch teilweise unverdauliche Dextrine. 

Bei beiden Szenarien kann der Mais nicht verwertet werden, da er unverdaut im Stuhl bleibt. Doch laut Herrn Trautwein ist das kein Grund zur Sorge - im Gegenteil: "Was den Nährwert betrifft, bringen unverdaute Maiskörner natürlich nichts. Aber es handelt sich trotzdem um gesunde Füllstoffe, die im Stuhl bleiben. Man nimmt wichtige Ballaststoffe zu sich, die prinzipiell gut für die Verdauung sind, auch wenn der Mais nicht resorbiert wird."

Was also feststeht: Egal, ob wir Maiskörner durch gründliches Kauen zerkleinern oder nicht - sie sind auf jeden Fall gesund für unseren Körper. Entweder ziehen wir wertvolle Nährstoffe aus dem verdauten Mais oder die unverdauten Maisstücke dienen unserem Körper als nützliche Ballaststoffe.


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