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LEBENSMITTELEXPORT: Mais für den »Maximo Lider«

Erstmals seit der Verhängung des Handelsembargos vor 40 Jahren liefert eine Firma aus den USA Lebensmittel an Kuba. Sie sollen die Bevölkerung nach den Zerstörungen des Hurrikans »Michelle« vor einer Hungersnot bewahren.

Erstmals seit der Verhängung des Handelsembargos vor vier Jahrzehnten haben Firmen aus den USA Lebensmittel an Kuba geliefert. Zwei Frachter mit Getreide und Geflügel trafen am Sonntag im Hafen der Hauptstadt Havanna ein. Die beiden Schiffe waren am Freitag in den USA in See gestochen.

Die USA hatten vor einem Jahr das verhängte Embargo gelockert und den Export von Lebensmitteln und Medikamenten wieder zugelassen. Kuba hatte im vergangenen Monat Lebensmittel im Wert von rund 30 Millionen Dollar in den USA geordert, um Ausfälle nach dem Hurrikan Michelle auszugleichen.

Reis, Mehl und Sojabohnen

Der unter liberianischer Flagge fahrende Containerfrachter »Express« mit 500 Tonnen tiefgefrorener Hähnchen an Bord traf als erster im Hafen von Havanna ein. Drei Stunden später folgte das unter mexikanischer Flagge fahrende Frachtschiff »Ikán Mazatlán« mit einer Ladung von 24.000 Tonnen Mais. Weitere Lieferungen mit Reis, Mehl und Sojabohnen sollen folgen. Der Lebensmittellieferant ist das US-Unternehmen Archer Daniels Midland (ADMC), dem die US-Regierung ausnahmsweise den Verkauf an die staatliche kubanische Firma Alimport gestattete.

Der US-Kongress lockerte die 1962 gegen Kuba verhängten Sanktionen im vergangenen Jahr und erlaubte den Export von Lebensmitteln und Medikamenten an Kuba. Kuba hatte im vergangenen Monat Lebensmittel im Wert von rund 30 Millionen Dollar in den USA geordert, um die Bevölkerung nach den Zerstörungen des Hurrikans Michelle vor einer Hungersnot bewahren.

Vollständige Aufhebung der US-Blockade gefordert

Kuba akzeptierte die Lebensmittellieferungen, nachdem der Hurrikan »Michelle« Anfang November schwerste Schäden auf der Insel angerichtet hatte. Zuvor hatte die Regierung von Staats- und Parteichef Fidel Castro sich geweigert, von dem im vergangenen Jahr gelockerten Handelsembargo Gebrauch zu machen, da sie eine vollständige Aufhebung der US-Blockade verlangt.

Vertreter beider Länder und wohl auch viele Menschen verbanden mit diesen ersten Schiffslieferungen die Hoffnung, dass sich der Handel zwischen den beiden Nachbarn, die nur eine enge Wasserstraße trennt, in Zukunft wieder besser entwickelt. Der Gouverneur des Staates Illinois, George Ryan, sprach schon am Freitag bei der Abfahrt der »Ikan Mazatlan« von einer Brücke, die es zur kubanischen Bevölkerung aufzubauen gelte.

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