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Schwimmstar Michael Phelps: Woher stammen die blauen Flecken auf der Schulter?

Als Michael Phelps am Sonntag um Gold in Freistil schwamm, staunten einige Zuschauer nicht schlecht: Den Rücken des US-Schwimmers zierten große kreisrunde Flecken. Was steckt dahinter?

US-Schwimmstar Michael Phelps

Holte Gold über 4 x 100 Meter Freistil: US-Schwimmstar Michael Phelps

Wenn sich Sportler bei Olympia messen, entgeht den Augen der Zuschauern kein noch so kleines Detail auf den Körpern der Athleten. Vor einigen Jahren sorgten die sogenannten Kinesio-Tapes für Diskussionen – in diesem Jahr sind es kreisrunde Flecken. Besonders auffällig sind sie bei US-Schwimmstar Michael Phelps: Als er vergangenen Sonntag ins Becken stieg, zeichneten sich auf seinen Schultern etliche blaue Flecken ab.

Sie stammen von einem traditionellen Heilverfahren: dem Schröpfen. Phelps scheint schon seit Längerem auf diese Form der Therapie zu setzen. Vor elf Monaten veröffentlichte er ein Foto von sich auf Instagram, das ihn auf einer Liege zeigt, während er sich gerade behandeln lässt. Doch wie funktioniert die Methode genau – und wofür ist sie gut?

Beim Schröpfen setzt der Therapeut sogenannte Schröpfgläser auf die Haut des Patienten und lässt sie sich festsaugen. Den nötigen Unterdruck kann er mithilfe eines montierten Gummiballs erzeugen, oder aber er zündet einen winzigen Wattebausch im Inneren der Glashalbkugel an, setzt diese auf die Haut – und die Flamme verbraucht den Sauerstoff, bis sie erlischt. Studien zeigen, dass Nackenschmerzen durch mehrmaliges Schröpfen pro Woche im Mittel um 25 Prozent gelindert werden. Auch bei Migräne hilft die Methode.

Schröpfen: Hilfe bei Muskelschmerzen

In der Sportmedizin kommt die Methode vor allem bei Muskelschmerzen zum Einsatz: Sie soll die verspannte Muskulatur im Schulter-, Nacken- und Halsbereich lockern und die Durchblutung anregen. Auch die sonstigen gesundheitlichen Wirkungen werden den durchblutungsfördernden und entkrampfenden Eigenschaften des Schröpfens zugeschrieben.

"Ich war beim Schröpfen, weil ich Muskelkater hatte", erklärte Phelps gegenüber Reportern. "Der Trainer hat es sehr gut mit mir gemeint und dabei ein paar Blutergüsse hinterlassen." Die blauen Flecken entstehen – ähnlich wie Knutschflecke – durch den Unterdruck, der in den Schröpfgläsern erzeugt wird: Er bewirkt, dass kleinste Äderchen in der Haut platzen und sie rot färben. Das sieht schmerzhaft aus, ist es in der Regel aber nicht.

Nicht nur Michael Phelps zählt aufs Schröpfen

Der US-Schwimmstar Michael Phelps ist übrigens nicht der einzige Sportler, der auf die wohltuende Wirkung des Schröpfens zählt: Auch andere Athleten und Athletinnen gehen bei Olympia mit blauen Flecken an den Start, unter anderem die lithauische Schwimmerin Ruta Meilutyte oder der US-amerikanische Turner Alexander Naddour.

Anika Geisler/ikr
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