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100 Golfpartner packen aus: Neues Buch enthüllt, wie Donald Trump notorisch beim Golfen betrügt

Der Sportjounalist Rick Reilly hat ein Buch über den US-Präsidenten geschrieben. "Was Golf über Trump sagt", heißt es. Darin kommen rund 100 Menschen zu Wort, die einmal mit ihm gegolft haben. Die Anekdoten zeichnen ein haarsträubendes Bild von Trump.

Donald Trump beim Golf

Donald Trump spielt schon seit seiner Jugend Golf

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Und das nächste Buch, das kein gutes Haar an Donald Trump lässt. Obwohl, doch eines: Der US-Präsident, so Autor Rick Reilly, sei ein formidabler Golfspieler. Nur leider jemand, der sich an keine Regeln hält. "Zu sagen, Donald Trump betrügt, ist wie zu sagen, Michael Phelps schwimmt", schreibt der früherer Kolumnist von "Sports Illustrated" in "Commander in Cheat: How Golf Explains Trump" – auf deutsch in etwa: "Oberster Betrüger: Was Golf über Trump sagt". Reilly stand selbst oft mit Trump auf dem Grün und hat seine eigene Erfahrung als auch die von rund 100 anderen Golfern - Prominente wie Amateure - aufgeschrieben, die einmal mit dem jetzigen Chef des Weißen Hauses gespielt haben. Haarsträubende Anekdoten sind da zu lesen.

"Donald Trump betrügt höllisch"

Kurz nachdem Trump Präsident geworden war, spielte er eine Runde mit Golf-Legende Tiger Woods, dem damaligen Weltranglistenersten Dustin Johnson und dem Altprofi Brad Faxon. Einen Abschlag versenkte Trump direkt im See, aber als die anderen kurz nicht aufpassten, hatte er stattdessen einfach einen anderen Ball passend platziert, den aber auch ins Wasser geschlagen. "Also fährt er an die Stelle, wo der erste Ball hätte landen sollen, legt dort einen anderen Ball hin und schlägt ihn aufs Grün", wird Brad Faxon zitiert. Ähnliches berichtet auch Schauspieler Samuel L. Jackson.

Auch Profigolferin Suzann Pettersen kommt in dem Buch zu Wort. Sie hatte bereits Anfang vergangenen Jahres erzählt, dass es Donald Trump beim Golfen mit den Regeln nicht so genau nimmt: "Er betrügt höllisch. Man sagt ja, wenn du beim Golf betrügst, dann betrügst du auch beim Geschäftemachen", sagte sie damals. "Er erzählt ja auch gerne, er sei der weltweit beste Putter. Doch ich habe nie mitbekommen, dass er auch nur ansatzweise eine 80er-Runde gespielt hätte. Trotzdem sagt er ständig Sachen wie, er habe eine 69 gespielt oder einen neuen Platzrekord aufgestellt. Ich muss darüber immer lachen", so die Norwegerin weiter.

Einfach den Ball in den Bunker geworfen

Wegen ihres aggressiven Umgangs mit anderen Spielern waren zuletzt Trumps Caddys in die Schlagzeilen geraten. Der frühere Football-TV-Kommentator Mike Tirico hat seine eigene Erfahrung mit den Golfassistenten gemacht. Bei einer Partie habe er einmal den "Schlag seines Lebens" bei einem Par-5-Loch hingelegt: 210 Meter mit einem 3er-Holz. Tirico habe zwar nicht gesehen, wo der Ball genau gelandet war, war sich aber sicher, dass er das Grün in unmittelbarer Nähe des Lochs getroffen haben müsse. Doch als er dort ankam, war vom Ball weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen lag er 15 Meter entfernt im Bunker. Nach der Runde klärte ihn Trumps Caddy auf: "Der Ball lag drei Meter vom Loch entfernt. Trump hat ihn in den Bunker geworfen. Ich hab's gesehen."

Nicht nur beim Spiel selbst auch am Rand scheint sich Donald Trump nicht weiter um Regeln zu scheren. Laut Autor Rick Reilly soll der US-Präsident beim obligatorischen Handschlag nach einem Match nie die Mütze abnehmen, wie es eigentlich üblich ist. Auch im Klubhaus würde er seine Kopfbedeckung weitertragen und, ein absoluter Affront: Er fährt mit seinem Golfwagen direkt aufs Putting Green. "Das ist, als würden sie ihre Wäsche zum Trocknen in der Sixtinischen Kapelle aufhängen", empört sich Reilly, der zu dem Ergebnis kommt: "Golf ist wie eine kurze Radhose: Sie verrät so einiges über einen Mann."

Rick Reillys Buch "Commander in Cheat: How Golf Explains Trump" ist bei Hachette Books erschienen und bislang nur auf Englisch erhältlich.

Quellen: "New York Post", "Guardian"

nik