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Kino, Bowlingbahn, Basketballplatz: Trump hat einen neuen Golf-Simulator. Das ist nicht der einzige Hobbyraum im Weißen Haus

Das Weiße Haus hat sich unter jedem US-Präsidenten auch räumlich verändert: Donald Trump hat einen neuen Golf-Simulator installieren lassen, Nixon ließ eine Bowlingbahn bauen, Obama einen Basketball-Platz. Eine Übersicht.

Donald Trump hat einen neuen Golf-Simulator - nicht der einzige Hobbyraum im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus offenbar einen neuen Golf-Simulator installieren lassen (Symbolbild)

DPA

Wenn Donald Trump doch nur Zeit hätte. Glaubt man dem US-Präsidenten, arbeitet er "wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten". Auch, wenn sein durchgestochener Terminkalender das Gegenteil nahelegt - etwa 60 Prozent der dort erfassten Zeit sollen ihm gewissermaßen frei zur Verfügung stehen. Trump könnte dann ins Kino gehen oder Basketball spielen - und müsste dafür nicht einmal seinen Amtssitz verlassen.

Denn das Weiße Haus in Washington hat sich unter jedem Präsidenten auch räumlich verändert, nicht nur politisch: Fast jeder verpasste seinen Hobbies und anderen Bedürfnissen vier eigene Wände im Weißen Haus. So ließ etwa der an Kinderlähmung erkrankte Franklin D. Roosevelt (1933 - 1945) in den 1930er-Jahren einen Swimmingpool zu Therapiezwecken bauen. Trocken gelegt wurde das kleine Hallenbad 1969 von Richard Nixon (1969 - 1974), der sich im gleichen Jahr eine Bowlingbahn bauen ließ. Heute befindet sich im ehemaligen Hallenbad der "James S. Brady Press Briefing Room", wo die Pressebriefings stattfinden. Die Journalisten sitzen etwa auf Höhe der damaligen Wasseroberfläche. 

US-Präsident Richard Nixon (1969 - 1973) auf der Bowling-Bahn im Weißen Haus

US-Präsident Richard Nixon (1969 - 1973) auf der Bowling-Bahn im Weißen Haus

Picture Alliance

Donald Trump und sein neuer Golf-Simulator

Einer der ältesten und noch vorhandenen Räume, neben der Bowling-Bahn, ist der Kinosaal im Weißen Haus. First Lady Melania Trump hat ihn erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Family Theater befindet sich im Ostflügel und wurde durch Franklin D. Roosevelt in einer ehemaligen Garderobe erbaut, in den 1980er-Jahren hat es Ronald Reagan (1981 - 1989) renovieren lassen.

Der Kinosaal im Weißen Haus

Der Kinosaal im Weißen Haus

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Als größter Kinojunkie unter den US-Präsidenten gilt Jimmy Carter (1977 bis 1981), der während seiner Amtszeit rund 480 Filme geschaut haben soll. Der erste: "Die Unbestechlichen" über die Watergate-Abhöraffäre - jenen Polit-Skandal, der seinen Vor-Vorgänger Richard Nixon zu Fall gebracht hat. Trump soll dort nach seiner Vereidigung den Animationsfilm "Findet Dorie" für Familie und Mitarbeiter gezeigt haben. Während im ganzen Land die Proteste um sein Einreisedekret für Muslime tobten. Er selbst sei nur beim Filmstart dabei gewesen. Bekanntlich schaut Trump eh lieber Fernsehen.

Und er spielt gerne Golf. Laut "Washington Post" hat er mindestens 139 Mal während seiner Amtszeit an seinem Handicap gearbeitet. Nun soll er laut der US-Zeitung einen neuen, "raum-großen" Golf-Simulator innerhalb seiner Privatgemächer installiert haben. Kostenpunkt: rund 50.000 US-Dollar, aus eigener Tasche bezahlt. Der virtuelle Golfplatz soll berühmte Plätze aus aller Welt simulieren, aber auch Fantasy-Realitäten wie "Tempel, Vulkane und Dinosaurier-Skelette" in einem südamerikanischen Dschungel bieten. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei tatsächlich um eine Maschine der dänischen Firma "TrackMan", wie die "Washington Post" vermutet: Drei davon sollen bereits in Trumps privaten Golfclubs im Einsatz sein, die Kosten liegen ebenfalls bei knapp 50.000 Dollar. Seit dem Einbau soll der Golf-Simulator aber noch nicht zum Einsatz gekommen sein, schreibt die "Washington Post".

Auch sein Vorgänger Barack Obama (2009 - 2017) hat während seiner Amtszeit Golf gespielt. Laut "Washington Post": 38 Mal im Jahr, während Trump auf rund 70 Partien komme. Und das gilt nur für das Outdoor-Golf. Obama hat zuerst einen Golf-Simulator ins Weiße Haus einbauen lassen, bevor ihn Trump durch eine neuere Version ersetzte. Darüber hinaus ließ Obama einen ehemaligen Tennisplatz zu einem vollwertigen Basketball-Feld umfunktionieren.  

Aber Donald Trump dürfte für all das eh keine Zeit haben, glaubt man Donald Trump. Allein für den neuen Golf-Simulator müssten je Partie etwa eine bis drei Stunden veranschlagt werden, schreibt die "Washington Post". Außerdem würde er ja bei "all den Problemen und Herausforderungen der USA" garantiert nicht Golf spielen - das warf er zumindest seinen Vorgänger Barack Obama im Oktober 2014 via Twitter vor.

Quellen: "Washington Post", "dw.com", "N-Joy", "Axios"

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fs