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Verdacht bei Rindfleischprodukten: "Milzbranderreger in keinem Erzeugnis"

Seit Tagen besteht der Verdacht, bundesweit seien mit Milzbrand verunreinigte Rindfleischprodukte in Supermärkte gelangt. Die Behörden geben Entwarnung: Gefahr für Verbraucher soll nicht bestehen.

Milzbrand ist auch für Menschen hochgefährlich, wenn sie dem Erreger in hoher Dosis ausgesetzt sind.

Milzbrand ist auch für Menschen hochgefährlich, wenn sie dem Erreger in hoher Dosis ausgesetzt sind.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert, dass nach Stichproben Rindfleischprodukte aus dem Verkauf genommen worden sind, nachdem der Verdacht auf Verunreinigungen mit Milzbrand aufkam. Die jüngsten Fälle sind in Nordrhein-Westfalen bekannt geworden. Dort wurde am Montag eine Warnung veröffentlicht. Demnach bestand bei sechs Supermärkten, Fleischereien und Großhändlern der Verdacht auf verunreinigtes Rindfleisch.

Schon am Freitag hatte das Bundesamt gewarnt, dass kontaminierte Rindfleischprodukte in ganz Deutschland ausgeliefert worden sein könnten. Die mögliche Verunreinigung war durch Kontrollen aufgedeckt worden. Die Produkte wurden aus dem Handel entfernt.

Betroffen waren Rindbraten, Roastbeef, Rinderrouladen, Gulasch, Corned Beef und Rinderwürste, so das Bundesamt. "Die Warnung ist vorsorglich ausgesprochen worden", bestätigt ein Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Die Wahrscheinlichkeit, dass kontaminiertes Fleisch im Umlauf sei, wäre nahezu ausgeschlossen.

Die Warnungen erfolgten im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes. So sollte jegliches Risiko minimiert werden, gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekannt. Bislang sei der Milzbranderreger in keinem Erzeugnis nachgewiesen worden.

Ursprung: Slowakei

Dass Händler in ganz Deutschland betroffen sind, sei der Mischung von Fleischprodukten geschuldet, so der Sprecher. Das verdächtige Fleisch stammt von Rindern aus der Slowakei, die nach Polen und anschließend in die Niederlande gebracht worden sind, um zerlegt zu werden. Von dort gelangte das Fleisch in Produktionsbetriebe und dann in den Handel. Betroffen ist nicht eine bestimmte Supermarkt-Kette, sondern Fleischereien, Großhändler und verschiedene Supermärkte. "Die Spur führt in die Slowakei. Dort wurde ein Rind positiv getestet", so der Sprecher.

Milzbrand ist hochgiftig

Milzbrand ist eine Infektionskrankheit, die durch ein Stäbchenbakterium übertragen wird. Das vom Erreger produzierte Milzbrandtoxin ist hochgiftig. Die Krankheit tritt vor allem bei Huftieren, also Rindern, Ziegen, Schafen und Pferden auf. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Rinderherden von Milzbrand befallen, so beispielsweise 2008 in Frankreich und 2012 in Deutschland. Die Herkunft des Erregers war ungeklärt. Auch Menschen können sich anstecken, wenn sie großen Dosen des Milzbranderregers ausgesetzt sind. 2001 wurden in den USA bei Anthrax-Anschlägen Briefe mit Milzbranderregern an Regierungsstellen und Politiker verschickt. Damals starben fünf Menschen. Die Ansteckung kann durch Hautkontakt, Einatmen der Sporen und durch Verzehr von infizierten Produkten erfolgen.

kg

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