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Zehn-Punkte-Plan Gröhe nimmt Kampf gegen Krankenhauskeime auf


Tausende Menschen sterben jedes Jahr an Infektionen mit Krankenhauskeimen. Gesundheitsminister Gröhe will nun mit einem Zehn-Punkte-Plan gegen die wachsende Gefahr vorgehen.

Für gewöhnlich sind Krankenhäuser dafür da, Patienten zu helfen - doch immer wieder erkranken stationär behandelte Menschen an multiresistenten Keimen. So geschehen im Jahr 2011 im Klinikum Bremen-Mitte: Drei Neugeborene starben, weil sie sich mit multiresistenten Darmkeimen infiziert hatten, mehrere Kinder erkrankten schwer. Auch das Kieler Universitätsklinikum geriet vor wenigen Wochen in die Schlagzeilen: Dort steckten sich rund 30 Menschen mit dem resistenten Keim "Acinetobacter baumannii" an.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will nun mit einem Zehn-Punkte-Plan gegen multiresistente Keime in Krankenhäusern vorgehen. Das geht aus einem internen Papier seines Ressorts hervor, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Demnach sterben in Deutschland jedes Jahr 12.000 bis 15.000 Menschen in Kliniken, weil sie sich dort mit einem Keim infizieren, gegen den keine Medizin hilft. Gröhes Experten gehen davon aus, dass sich das Problem in Zukunft noch verschärfen wird. Dafür führen sie drei Gründe auf: die zunehmend älteren und damit anfälligeren Patienten, die steigende Zahl komplizierter Eingriffe und die steigende Zahl gefährlicher Erreger.

Dazu zählt etwa der Keim "Staphylococcus aureus" (MRSA): Er ist der häufigste Verursacher von Krankenhausinfektionen und führt zu Wund- und Harnwegsinfektionen oder Atemwegsentzündungen. Das Bakterium ist mit vorhandenen Medikamenten kaum noch oder gar nicht mehr zu therapieren. Forscher bemühen sich deshalb mit Nachdruck darum, neue Wirkstoffe gegen resistente Bakterien zu entwickeln.

Fortbildungen für Pfleger und Ärzte

Bis es so weit ist, will Gröhe unter anderem das Robert-Koch-Institut stärker in die Kontrolle der Krankenhäuser einbeziehen und die Kliniken verpflichten, regelmäßig Informationen über die Hygienestandards in ihrem Haus zu veröffentlichen. Außerdem sollen die Meldepflichten beim Auftreten besonders gefährlicher Keime verschärft werden. Spezielle Fortbildungen für Pflegepersonal und Ärzte stehen ebenso auf der Liste des Gesundheitsministers.

ikr/dpa/AFP

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