Neue Behandlung Ultraschall gegen Tumore


Tumore in der Gebärmutter wurden bislang stets durch Operation beseitigt. Die Berliner Charite führt nun ein neues Verfahren ein, mit dem bösartige Myome einfach durch die Bauchdecke hindurch beschallt und weggeschmolzen werden.

Gutartige Tumore der Gebärmutter können jetzt weltweit mit einer neuen und vollkommen unblutigen Methode behandelt werden. Wie die Berliner Charite am Montag mitteilte, war sie an einer erfolgreichen Fünf-Länder-Studie über die Zerstörung solcher Myome mit konzentriertem Ultraschall beteiligt. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) habe diesem Verfahren jetzt die Zulassung erteilt.

"Die Möglichkeit, einen Tumor kontaktlos von außen durch hohe Temperaturen von bis zu 80 Grad abzuschmelzen, ist ein großer medizinischer Fortschritt", erklärte der Direktor der Klinik für Strahlenheilkunde, Roland Felix, zu dem neuen Verfahren. Der fokussierte Ultraschall sei ein eine vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Methoden der Myombehandlung, vor allem für junge Patientinnen mit Kinderwunsch. Die bisherige Palette der Behandlungsmethoden reicht der Mitteilung zufolge von der chirurgischen Entfernung des Myoms oder der kompletten Gebärmutter durch einen Bauchschnitt bis zur rein medikamentösen Hormontherapie.

Die neue Methode kann laut Charite ambulant durchgeführt werden, kommt ohne Narkose aus und hat keine Nebenwirkungen. Dabei werden hochenergetische Ultraschallwellen von außen durch die Bauchdecke hindurch auf einen kleinen Punkt im Myom fokussiert. In diesem Brennpunkt entwickeln sich innerhalb von Sekunden Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad Celsius, wodurch das Gewebe zerstört wird. Je nach Größe des Myoms wird der Vorgang 50 mal oder öfter wiederholt, bis etwa ein Drittel des Tumors zerstört und insgesamt so stark geschädigt ist, dass er zu schrumpfen beginnt. Die Behandlung dauert zwei bis drei Stunden. Die Patientinnen sind

AP


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