VG-Wort Pixel

Klinikum Nürnberg "Helft uns, damit wir helfen können": Pflegekräfte appellieren in 14 Sprachen an die Bürger

Krankenwagen in Nürnberg
Ein Krankenwagen vor dem Klinikum in Nürnberg
© Nicolas Armer / Picture Alliance
Pflegekräfte aus Nürnberg haben sich in verschiedenen Sprachen an die Bevölkerung gewandt: "Bitte nehmt Corona ernst!" Sie weisen darauf hin, dass auch Überlebende der Covid-19-Erkrankung unter den Folgen zu leiden haben.

Dass die Lage in den Krankenhäusern während der Covid-19-Pandemie kritisch ist, ist keine Neuigkeit. Und auch verzweifelte Aufrufe von Pflegekräften, sich an die Corona-Maßnahmen zu halten und so die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat es schon öfter gegeben. Dennoch gibt es immer noch viele Menschen, die Corona auf die leichte Schulter nehmen – und deshalb sind die Appelle des Krankenhauspersonals nach wie vor wichtig.

Damit die Botschaft auch bei allen ankommt, hat sich das Klinikum in Nürnberg etwas Besonderes einfallen lassen. Die Mitarbeiter eines der größten Kommunalkrankenhäuser in Europa haben Videos in 14 verschiedenen Sprachen aufgenommen und auf Youtube veröffentlicht. Die Botschaft an die Bevölkerung: "Bitte nehmt Corona ernst!" Anscheinend sind solche Aufrufe auch nach fast einem Jahr Pandemie noch nötig.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Youtube integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Schwere Verläufe bei Covid-Überlebenden: "Das kann keiner wollen"

Unter anderem appellieren die Pflegekräfte auf Ukrainisch, Serbisch, Englisch, Italienisch und Georgisch an die Vernunft der Bürger – und natürlich auf Deutsch. "Meine Kollegen und ich arbeiten seit mehreren Monaten am Limit", berichtet Gesundheits- und Krankenpfleger Thilo. Die Situation sei "deutlich dramatischer" als im Frühjahr 2020. Sein Aufruf an die Bürger: "Bitte helft uns, damit wir helfen können – dringend!"

"Leider gibt es immer noch Menschen, die zu wenig über die Gefährlichkeit des Coronavirus wissen", sagte Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. In dem Krankenhaus zeigt sich die Dramatik der Corona-Pandemie, wie Oberarzt Matthias Baumgärtel dem BR erläuterte: "Die Idee, dass man noch mehr aufklären muss, kam mir an einem Tag, an dem sehr viele Covid-Patienten neu auf die Station kamen. Wir konnten sie nur deswegen aufnehmen, weil so viele gestorben waren." Auch bei Menschen, die die Erkrankung überstehen, gibt es oft Komplikationen: "Bei den Überlebenden sehen wir langwierigste Verläufe. Nach wochenlangen Aufenthalten auf unserer Station müssen viele erst wieder lernen zu gehen. Das kann keiner wollen."

Yael Adler und Krankenhaus-Symbolbild

Sorge vor Virusmutationen

Corona-Leugner machen den Mediziner fassungslos: "Ich wage zu behaupten, sie haben noch nie einen Corona-Patienten live gesehen. Wenn die mal die Schicksale der Leute sehen würden, deren Leben sie gefährden, dann würden sie vielleicht anders denken. Wie es den Patienten geht, wie sie aussehen, wie sie leiden und wie auch die Angehörigen leiden, das ist alles nicht zu ertragen." 

In Nürnberg liegt die Sieben-Tages-Inzidenz aktuell (Stand 4. Februar) bei 95,1, die Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt stetig. Die Mediziner warnen jedoch davor, die sinkenden Zahlen zu überschätzen. Sorgen macht den Experten vor allem die Virusmutation, die in der fränkischen Stadt bereits in rund einem Dutzend Fälle nachgewiesen wurde.

Quellen: Stadt Nürnberg auf Youtube / BR / Stadt Nürnberg


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker