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Pharma-Müll: Wie Medikamente die Umwelt belasten

Täglich landen Arzneimittel und ihre Abbauprodukte in Flüssen und Seen. Dass sie Fische schädigen, ist belegt. Welche Risiken die Abfälle für den Menschen bergen, ist noch ungeklärt. Wie Wasserexperten das Problem lösen wollen - und was die Pharmaindustrie tun könnte.

Von Martina Janning

Der Hustensaft aus dem Winter 1998, das übrig gebliebenen Antibiotikum oder die Schmerztabletten, die Tante Leni vergessen hat: Fast jeder Deutsche hat eine Arznei-Leiche in seiner Hausapotheke. Nur wohin damit? Lediglich 29 Prozent entsorgen nicht verbrauchte Medikamente so, wie sie sollten, und geben sie in einer Apotheke ab. Das zeigte eine Studie des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE). 43 Prozent hingegen werfen Medikamentenreste in den Hausmüll oder kippen flüssige Arzneimittel in Toilette und Ausguss, wo sie direkt in den Wasserkreislauf gelangen. Viele Menschen glauben, sie tun der Umwelt etwas Gutes, wenn sie Arzneiflaschen aus Glas entleeren, spülen und zum Recycling tragen. Das Gegenteil der Fall.

Im WC entsorgte Arzneistoffe gelangen in den Wasserkreislauf, denn Kläranlagen filtern sie oft nicht heraus. Das Gleiche gilt für eingenommene Medikamente. Der menschliche Körper kann Arzneien häufig nicht komplett verwerten, oder es entstehen Abbauprodukte, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Diese Pharmaka gelangen über Abwasserkanäle und Klärwerke in die Gewässer. Andere Arzneimittel und Abbauprodukte nehmen den direkten Weg: In Großstädten wie Paris, New York oder Berlin, die eine alte Kanalisation haben, versickern bis zu 30 Prozent des Abwassers ungeklärt durch undichte Rohre in den Untergrund, schätzt der Geowissenschaftler Michael Bau.

Oft wird nicht richtig gesucht

Wie viel Schaden Pharmastoffe im Wasserkreislauf anrichten können, weiß niemand genau. Vom Trinkwasser gehe derzeit keine Gesundheitsgefahr aus, betonen Experten einhellig. Kein Mensch könne in seinem Leben so viel Trinkwasser zu sich nehmen, dass sich die aktuell vorhandenen Belastungen zu einer schädlichen Dosis addieren. "Mögliche chronische Effekte, auch von kleinsten Dosen, sind aber nicht erforscht", schränkt Florian Keil vom ISOE ein.

In deutschen Gewässern haben Wissenschaftler bisher gut 30 Arzneistoffe nachgewiesen, die in umweltrelevantem Umfang vorhanden sind. Weltweit fanden Forscher rund 100 Arzneistoffe in Seen, Flüssen und Trinkwasserreservoirs. Zugelassen sind in der EU rund 3000 Pharmaka, und allein in Deutschland werden pro Jahr etwa 31.000 Tonnen Wirkstoffe verkauft. Hinzu kommen circa 2500 Tierarzneimittel. "Bislang haben sich zwar nur wenige Pharmastoffe als umweltschädlich erwiesen, das heißt aber nicht, dass es nicht noch mehr gibt", sagt Keil. "Es wurde nur nicht danach gesucht oder die komplexen Stoffe sind mit derzeitigen Messmethoden nicht erfassbar."

Fische verweiblichen

Aufgefallen ist zum Beispiel Diclofenac, ein Wirkstoff gegen Schmerzen. Er schädigt Leber und Nieren von Fischen. Hormone, vor allem Östrogene aus den Anti-Baby-Pillen, bringen den Hormonhaushalt von männlichen Fischen durcheinander. Sie verweiblichen, produzieren Eizellen anstatt Spermien und pflanzen sich nicht mehr fort. "Fische reagieren auf Hormone viel sensibler als Menschen", erklärt Thomas Ternes von der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Im Trinkwasser soll es seiner Aussage nach keine Östrogene geben. Dafür sorge die gründliche Aufbereitung des Trinkwassers.

Wie sich das Problem lösen lässt

Um zu verhindern, dass Pharmaka und andere Schadstoffe überhaupt in Flüssen, Seen und Meeren landen, hat Ternes mit weiteren Wasserexperten in einem 80-seitigen Konzept zum Handeln aufgefordert: "Wir müssen bei der Zulassung von Substanzen anfangen und bestimmen, wie groß ihr Gefahrenpotenzial für die Umwelt und auch für das Trinkwasser ist", sagt Ternes. Dies gelte bereits für Industriechemikalien und Kosmetika. Neue Medikamente müssen Hersteller zwar seit 2006 auf ihre Umweltverträglichkeit testen. Doch eine schlechte Öko-Bilanz verhindert nicht die Zulassung eines Präparates. Eine andere Idee ist ein Umweltengel für Arzneimittel, an dem Ärzte und Verbraucher erkennen können, dass sie mit der Wahl dieses Produktes, Umwelt und Trinkwasser schützen. In Schweden gibt es so ein Label bereits seit 2003. Stark belasteter Urin ließe sich hingegen in Trenntoiletten separat entsorgen. Krankenhäuser könnten so zum Beispiel Kontrastmittel aus Röntgenuntersuchungen sammeln; denn diese werden fast vollständig wieder ausgeschieden. Ambulante Variante: Patienten geben ihren Urin in einer Arztpraxis ab.

Auch Arneimittelhersteller sollten etwas tun

Die Wasserfachleute plädieren für Vermeiden statt Herausfiltern. "Nur Maßnahmen an der Quelle bringen uns weiter", sagt Ternes. "Die Technik für das Reinigen treibt die Wasserkosten in die Höhe. Das ist nicht nachhaltig." Klärwerke aufzurüsten, sei nur in ausgesuchten Fällen sinnvoll. Für einige Substanzen gibt es aber bereits Grenzwerte. Derzeit legt die EU für 33 Stoffe Limits in Fließgewässern fest. Alle vier Jahre wird die europäische Wasserrahmenrichtlinie überarbeitet. Ternes erwartet, dass weitere Substanzen hinzukommen. Darunter wahrscheinlich Diclofenac.

Auch Arzneimittelhersteller könnten mehr für die Umwelt tun, indem sie gut abbaubare Wirkstoffmoleküle konzipieren. "Das stößt grundsätzlich auf offene Ohren", berichtet Florian Keil vom ISOE. "Aber ein verpflichtendes Umweltkriterium empfinden die Unternehmen als zusätzliche Hürde. Sie sagen, es sei schon schwer genug, neue Medikamente zu entwickeln."

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(