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Überführt mit Süßstoff: So viel Pipi lauert wirklich im Schwimmbad-Wasser

Pipi im Badewasser ist nicht nur eklig, sondern kann auch die Schleimhäute reizen. Forscher haben nun eine neue Methode entdeckt, den Uringehalt im Schwimmbecken zu messen - und liefern genaue Zahlen.

Eine Frau und ein Kleinkind sitzen in einem Schwimmbecken

Unbeschwert im Becken planschen: Das fällt schwer beim Gedanken, dass man nicht nur von Wasser umgeben ist

Es gibt einige Wahrheiten, die man gern verdrängt: Dass Schokolade dick macht, zum Beispiel. Oder dass das dritte Bier am Abend nicht unbedingt zum Wohlsein am darauffolgenden Tag beiträgt. Und dann gibt es da noch die Sache mit den pinkelnden Badegästen, die nicht auf die Toilette gehen, sondern sich direkt ins Schwimmbecken erleichtern. Ist eklig, aber leider wahr. 

Forscher haben sich dieser unbequemen Wahrheit nun gestellt und sind der Frage nachgegangen, wie viel Urin tatsächlich in Schwimmbecken steckt. So leicht ist das nämlich gar nicht zu beantworten: Zwar gibt es bestimmte Werte im Badewasser, die auf Urin hinweisen, zum Beispiel der Gehalt an Harnstoff oder Kalium. Doch diese Stoffe scheiden Menschen auch über den Schweiß aus. Ob die gefundenen Werte tatsächlich von wildpinkelnden Badegästen stammen oder schlicht ausgeschwitzt wurden, lässt sich so nicht zweifelsfrei belegen.

Pipi im Schwimmbecken: 74 Liter Urin auf 830.000 Liter Wasser

Die Forscher der "University of Alberta" glauben, einen besseren Hinweis auf Urin im Badewasser gefunden zu haben: den Süßstoff Acesulfam-K, auch bekannt unter der E-Nummer 950. Das Mittel ist in unserer Ernährung praktisch omnipräsent und steckt in Softdrinks wie Cola, Fertigprodukten und zuckerfreien Kaugummis. Acesulfam-K wird vom Körper nicht verstoffwechselt und ausschließlich über den Urin ausgeschieden.  

Das Forscherteam um Professorin Xing-Fang Li nahm Wasserproben aus 31 Pools und Whirlpools und analysierte sie auf deren Süßstoff-Gehalt. In jedem Schwimmbecken konnten die Forscher erhöhte Werte von Acesulfam-K nachweisen - und damit auch Urin. In einem Pool mit etwa 830.000 Litern berechneten sie den Uringehalt auf etwa 75 Liter - in einem halb so großen Becken auf etwa 30 Liter. 

Die schlechte Nachricht lautet daher: Wie jeder befürchtet, gibt es wirklich Menschen, die wissenschaftlich nachweisbar in die Schwimmbecken von Bädern und Pools pinkeln. Die gute Nachricht daran: Der Anteil der anständigen Badegäste, die auf die Toilette gehen, überwiegt.  Legt man die Zahlen der Studie zugrunde, liegt der Anteil von Urin in einem Schwimmbecken bei gerade einmal 0,001 Prozent.

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ikr
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