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Ratgeber Erkältung & Gesundheit: Kampf gegen Viren

Im Winter haben Viren Hochsaison. Das neue stern.de-Ratgeber-Portal "Erkältung & Grippe" bietet umfassende Informationen und klärt wichtige Fragen - zum Beispiel warum Antibiotika gegen beide Krankheiten nichts ausrichten können.

Antibiotika zählen weltweit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Weil sie zahlreichen Bakterien wirkungsvoll den Garaus machen, gelten sie vielen als Allheilmittel. Allerdings zu Unrecht. Bei Erkältung und Grippe können sie nichts ausrichten. Warum das so ist, erfahren Leser auf www.stern.de/grippe: Wer sich mit Husten, Schnupfen, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber quält, hat dies nicht Bakterien, sondern Viren zu verdanken. Gegen die sind Antibiotika aber wirkungslos. Ärzte und auch viele Patienten wissen das. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Patienten unnötigerweise mit Antibiotikum-Rezepten die Arztpraxen verlassen. "Wir müssen davon ausgehen, dass in Deutschland bei Erkältungserkrankungen noch immer zu viele Antibiotika verabreicht werden", sagt Winfried Kern. Er ist leitender Arzt für Infektiologie an der Medizinischen Universitätsklinik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und außerdem einer von zwei Experten, mit denen der stern.de-Ratgeber "Erkältung & Grippe" zusammenarbeitet.

Vor allem bei Atemwegserkrankungen wie Bronchitis gebe es eine Übertherapie mit Antibiotika. Aus Sorge, dass sich hinter einem anhaltenden Husten eine Lungenentzündung verbergen könnte, würden manche Ärzte verfrüht ein Antibiotikum verschreiben. "Bevor sie jeden Patienten röntgen, dessen Symptome nach drei Tagen nicht abgeklungen sind, geben einige lieber gleich Doxycyclin", sagt Kern.

Allerdings seien deutsche Ärzte vergleichsweise diszipliniert. Ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich, Griechenland oder Polen, würden dreimal so häufig Antibiotika verschreiben. Dennoch ist auch in Deutschland jede überflüssige Einnahme eines Antibiotikums bedenklich. Werden diese Mittel zu oft verschrieben, verlieren sie früher oder später womöglich ihre Wirkung. "Die Krankheitserreger können resistent werden, so dass man die Substanz, dann wenn man sie wirklich braucht, nicht mehr einsetzen kann", sagt Kern.

Nur in wenigen Fällen verschleppter Erkältungen können Antibiotika tatsächlich etwas ausrichten – etwa bei eitrigen Nasennebenhöhlenentzündungen oder eitriger Mittelohrentzündung, also dann, wenn Bakterien im Spiel sind. Bakterien auf den Schleimhäuten sind normal. Solange die Sekrete in Bewegung sind, können die Mikroben dem Menschen nicht gefährlich werden. "Wenn aber die Schleimhäute anschwellen und die Sekrete sich in der Nasennebenhöhle oder im Mittelohr stauen, dann vermehren sich Bakterien schneller als der Körper sie abtöten kann", erklärt Experte Kern. In diesem Fall kann es zu bakteriellen Super-Infektionen kommen. Begünstigt werden sie dadurch, dass die Abwehrmechanismen des Körpers durch die Erkältung oder Grippe ohnehin geschwächt sind. "In solchen Fällen helfen Antibiotika dabei, die Bakterien schneller wieder unter Kontrolle zu bringen", sagt Kern.

Welche verschiedenen Formen dieser Trittbrett-Infektionen es gibt, und wie die Bakterien das geschwächte Immunsystem ausnutzen, können Interessierte beim stern.de-Ratgeber nachlesen. Dort erfahren sie außerdem, was eine Erkältung von der Grippe unterscheidet, welche Medikamente oder Hausmittel helfen, und für wen eine Grippeimpfung ratsam ist. Neben Winfried Kern hat stern.de Experten-Unterstützung von Reinhard Berner, Leitender Oberarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Freiburg. Beide beantworten Fragen von Lesern im Livechat, der erstmalig am 9. Januar ab 17:30 Uhr stattfindet. Wer weitergehende Fragen klären möchte, kann sich gegen eine Gebühr von 15 Euro zudem exklusiv beraten lassen.

Claudia Wüstenhagen

Wissenscommunity