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Stern Logo Rauchen - Wege aus der Nikotinsucht

Nichtraucher-Tagebuch: Eine ist keine. Oder?

Der Rückfall ist bei der Rauchentwöhnung nicht die Ausnahme, sondern eindeutig die Regel. Doch was bloß tut der ambitionierte Abstinente im Fall der Fälle?

Von Björn Erichsen

"Björn, was du dringend brauchst, ist ein Rückfall." Beim geselligen Miteinander auf dem Weihnachtsmarkt dozierte Christian wortreich über die Strukturschwäche eines Nichtrauchertagebuchs im fortwährenden Erfolgsfall. "Man will doch nicht lesen, wie du es schaffst, sondern wie du dich abrackerst und vor allem auch mal scheiterst. Der Leser will mitleiden, es geht um Emotionen." Seine Augen leuchteten, während er inzwischen sichtlich glühweintrunken seine These vom "unabdingbaren Spannungsbogen" ausführte. Unnötig zu erwähnen, dass der Kollege vorwiegend für den Boulevard schreibt.

Doch so ein Tagebuch ist nun mal keine Klatschpostille und der von Christian empfohlene Rückfall momentan eher unwahrscheinlich. Nachdem ich noch etwas wackelig über die Halbjahreshürde geschlittert bin, komme ich seither recht problemfrei durch den warmen Winter. Meine bisher blütenweiße Weste werde ich jedenfalls sicher nicht aus dramaturgischen Erwägungen besudeln. Das wäre wie "Wag the Dog": der Schwanz, der mit dem Hund wedelt. Bisher bewirkte das Tagebuchschreiben nämlich das exakte Gegenteil, das öffentliche Aufhören war eine starke Motivation, eben nicht einzuknicken.

Einmaliger Fauxpas - oder Dammbruch?

Das Thema ist dennoch interessant, stellt der Rückfall doch geradezu die Normalität der Rauchentwöhnung dar. Nur jeder zehnte Abstinente, so jedenfalls eine Studie der Universität Oxford, schafft es ohne Zigarette durch das erste Jahr. Dabei ist Rückfall natürlich nicht gleich Rückfall. Bei dem einen brechen nach nur einer Zigarette alle Dämme, bei anderen bleibt es tatsächlich bei dem einen Fauxpas. Wieder andere schaffen es, sich irgendwie zu arrangieren. Ein Freund von mir etwa, bis vor drei Monaten noch starker Raucher, schnorrt sich gelegentlich auf Partys ein paar Züge. Wohlgemerkt, nie ganze Zigaretten.

Ich dagegen gehöre wohl eher zur Dammbruch-Fraktion. Zumindest liefen die Fehlschläge bei früheren Versuchen exakt so ab. Nach dem Sündenfall brauchte ich meist nicht mal eine Woche, bis mein kleines Nichtraucher-Paradies wieder im blauen Dunst versunken war. Kundige Ratschläge der Fachliteratur wie "Eine ist keine, erst die zweite Zigarette stellt den Rückfall dar", oder "Nutzen Sie doch den Fall der Fälle für einen Lerneffekt", perlten dann ab, in der Gefühlsmelange aus Frustration und Erleichterung war nicht mehr viel Platz für Willensstärke.

Drei fulminante Rückfälle in sechs Monaten

Umso mehr Respekt habe ich für die Hartnäckigkeit, die mein guter Freund Andi an den Tag legt. Sisyphos lässt grüßen: Seit dem 1. Mai hat er, jeweils nach ein paar Wochen Abstinenz, nicht weniger als drei fulminante Rückfälle hingelegt. Mal war es Frust, mal Stress im Job und jüngst eine sehr attraktive, aber leider auch rauchende Blondine. Wenn er scheitert, dann spektakulär: Sein letzter Versuch endete im Vollrausch mit einer Liter-Flasche Aprikosenschnaps und einer Sportzigarette, die ihm ein gut gelaunter Jamaikaner auf einer Party in die Hand drückte.

Doch er lässt sich nicht unterkriegen. Momentan kämpft er sich durch die zweite Woche von Rauchstopp Nummer vier. Mit allem, was nun mal dazugehört: Nervosität, Schlaflosigkeit und heftige Stimmungsschwankungen. Wenn ich ihn so erlebe, kommt mir Christians Ratschlag vom Weihnachtsmarkt noch etwas abstruser vor. Sollte ich tatsächlich demnächst einmal rückfällig werden, hoffe ich sehr, dass nicht wieder alles in sich zusammenfällt. Von Andi würde ich mir dann zumindest Tipps holen, wie man schnell wieder aufsteht. Und ich könnte diesmal ja auch darüber schreiben. Mit ordentlichen Spannungsbogen und ganz viel Emotion versteht sich.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(