Rinderseuche BSE-Fall in Kanada


In Kanada ist der erste Fall der Rinderseuche BSE seit zehn Jahren aufgetreten. Japan und die USA stoppten daraufhin vorerst den Fleischimport. Das Tier war bereits im Januar geschlachtet worden.

Das Bekanntwerden des ersten BSE-Falls in Kanada seit zehn Jahren hat am Dienstag in der nordamerikanischen Nahrungsgüterwirtschaft ernste Befürchtungen ausgelöst. Obwohl Kanada versicherte, es handele sich um einen völlig isolierten Fall, stoppte das US-Landwirtschaftsministeriums vorübergehend den Import von Rindern, Schafen und Ziegen sowie von Fleisch und anderen BSE-anfälligen Produkten aus Kanada. Auch Japan ein Einfuhrverbot für kanadisches Fleisch verhängt. Das teilte das japanische Agrarministerium am Mittwoch mit. Der neue BSE-Fall sorgte an den US-Aktienbörsen für kräftige Kursverluste bei den Aktien der Schnellrestaurant-Kette McDonald's, was den gesamten Markt belastete. Der kanadische Dollar gab ebenfalls nach.

Gefahr einer Ausbreitung gering

Das US-Ministerium erklärte zugleich, die Gefahr einer Ausbreitung der Rinderseuche sei sehr gering und es seien vorerst keine weiteren Schutzmaßnahmen vorgesehen. Kanadas Landwirtschaftsminister Lyle Vanclief kündigte die umgehende Vernichtung der etwa 150 Tiere umfassenden Herde in der Provinz Alberta an, aus der die erkrankte Kuh stammte. Genau so werde Kanada sofort bei weiteren BSE-Fällen vorgehen.

Nicht in die Nahrungskette gelangt

Material für einen Test war dem geschlachteten Tier bereits am 31. Januar entnommen worden. Am letzten Freitag war BSE bestätigt worden. Nach Angaben des Ministers war die geschlachtete Kuh nicht kommerziell genutzt, sondern vernichtet worden. Die Kuh habe auch keine Milch zum menschlichen Verzehr geliefert. «Ich möchte betonten, dass nichts von dem Tier in die Nahrungskette gelangte.» Die entsprechende Farm nahe der Ortschaft Fairview sei umgehend unter Quarantäne gestellt worden.

In Kanada war zuvor nur ein einziger Fall von BSE bekannt geworden. 1993 wurde die Seuche bei einem Tier nachgewiesen, das 1987 aus Großbritannien importiert worden war. Dennoch löste der aktuelle BSE-Fall nach Abgaben des kanadischen Fernsehens vom Dienstagabend vor allem bei den kanadischen Viehzüchtern große Ängste aus.

Für die Provinz Alberta ist die Rinderzucht wirtschaftlich ebenso bedeutend wie für den US-Bundesstaat Texas. Rund 5,5 Millionen Rinder leben in Alberta - im Vergleich zu einer Bevölkerung von nur 2,2 Millionen Menschen. Zu großen Teilen werden die Erzeugnisse der Viehzüchter in Alberta in die USA exportiert.


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