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Stiftung Warentest : Schlafmittel auf dem Prüfstand: Von diesen Tabletten sollten Sie die Finger lassen

Millionen Deutsche leiden unter Schlafproblemen - und versuchen sich mit Schlafmitteln zu helfen. Stiftung Warentest hat nun 55 rezeptfreie Mittel geprüft. Die wenigsten wirken - und von dreien ist sogar klar abzuraten.

Schlafprobleme Schlafmittel Warentest

Welche Mittel helfen gegen Schlafprobleme? Stiftung Warentest hat rezeptfreie Produkte geprüft (Symbolbild)

Getty Images

Ob Grübeln vor dem Einschlafen oder Umherwälzen in der Nacht: Millionen von deutschen Erwachsenen haben Schlafprobleme. Eine Studie sah letztes Jahr gar 80 Prozent der Berufstätigen betroffen. Kein Wunder, dass es auf dem Markt eine riesige Auswahl an Mittelchen, Tees und Tabletten gibt, die Abhilfe versprechen. Stiftung Warentest hat nun 55 rezeptfreie Produkte geprüft - mit enttäuschendem Ergebnis.

Allergie-Tabletten gegen schlechten Schlaf

Denn von den vielen unterschiedlichen Produkten erwiesen sich nur sieben als geeignet, bei Schlafproblemen zu helfen: Antihistaminika machen wirklich müde und sorgen für guten Schlaf. Die verwendeten Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin wurden eigentlich für Allergiker entwickelt, weil eine der Nebenwirkungen eine starke Müdigkeit ist, werden sie nun auch als - nachgewiesen wirksame - Schlafhilfen verkauft. Günstige Beispiele sind laut Warentest etwa "Vivinox Sleep" zu 8,75 für 20 Tabletten oder "Schlafsterne", bei denen zehn Stück 3,80 Euro kosten. 

Eine wichtige Einschränkung: Die Antihistamine eignen sich nur für den kurzfristigen Einsatz über einige Tage bis höchstens zwei Wochen. Dann lässt die Wirkung oft nach, zudem können Nebenwirkungen auftreten.

Baldrian nur "mit Einschränkung geeignet"

Der Klassiker Baldrian lässt sich auch über längere Zeit einnehmen. Studien legen laut Warentest bei Dragees, die aus einem hochdosierten Trockenxtrakt der Pflanze hergestellt werden, eine schlaffördernde Wirkung nahe. Ein vollständiger Nachweis einer therapeutischen Wirkung fehlt aber. Warentest bewertet sie daher als "mit Einschränkung geeignet". Geringer dosierte Baldrianmittel will Warentest nicht empfehlen. Alle Baldrianprodukte haben gemein, dass die Wirkung erst nach mehreren Tagen oder gar Wochen einsetzt.

Bei Schlaftees will Stiftung Warentest ebenfalls keine Empfehlung aussprechen. Die Wirkung sei schlicht nicht durch wissenschaftliche Studien belegt, so die Tester. Schädlich sei aber keiner der Tees: Während in der Vergangenheit Schadstoffe wie Pestizide gefunden wurden, war diesmal keiner der getesteten Tees belastet.

Klare Absage für Melatonin 

Eine klare Absage erteilt Warentest Mitteln mit Melatonin. Das Hormon wird bei Dunkelheit vom Körper gebildet und macht müde, morgens wird es wieder abgebaut. Tatsächlich scheinen Medikamente mit dem Wirkstoff das Einschlafen zu beschleunigen, so Warentest. Allerdings gehe es um wenige Minuten. 

Medikamente mit hoher Melatonin-Dosierung sind in Deutschland rezeptpflichtig, einige niedrig-dosierte Produkte werden in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. Warentest rät von der Nutzung der Mittel "Green Doc - Schneller Einschlafen", "Alsiroyal Gut Einschlafen" und "Dreamquick Schlafoptimierer" ab. Als Begründung nennt man den Mangel an Wirkungsnachweisen. Kritisch sieht Warentest zudem, dass anders als bei Medikamenten bei den Nahrungsmittelergänzungen nicht auf die Nebenwirkungen von Melatonin wie Kopfschmerzen, Benommenheit und Angst hingewiesen werden muss. Auch Produkte, die mit Vorstufen des Hormons eine Melatonin-Ausschüttung fördern wollen, sieht Warentest kritisch.

Arzt aufsuchen!

Generell rät Stiftung Warentest dazu, bei länger anhaltenden Schlafproblemen einen Arzt aufzusuchen. Als Richtwert nennt man etwa vier Wochen. Neben der wichtigen Hilfe bei der Ursachen-Suche können die Mediziner auch die Verschreibung von rezeptpflichtigen Schlafmitteln anbieten. Die sollte man keinesfalls ohne ärztliche Beratung nehmen: Ihre Wirkung ist zwar nachgewiesen, sie machen aber schnell abhängig. 

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr unter test.de.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.