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Erste Hilfe FAST-Methode: Wie Sie einen Schlaganfall schnell erkennen

Mann mit Schlaganfallsymptomen Illustration
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.
© peterschreiber.media / Getty Images
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, doch häufig werden leichtere Beschwerden verkannt. Mit einem einfachen Test lassen sich Symptome schnell abklären.

Ein taubes Bein, Kopfschmerzen oder Schwindel. Diese Symptome wirken auf den ersten Blick recht harmlos, doch sie können erste Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Fast 270.000 Menschen erleiden laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Deutschland pro Jahr einen Schlaganfall. Oft dauert es aber zu lange, bis der Notruf gewählt wird, weil leichtere Symptome nicht richtig gedeutet werden. Wie schnell ein Schlaganfall erkannt wird, ist entscheidend dafür, ob man ihn überlebt und in welchem Zustand. Mit einem einfachen Test lässt sich der Verdacht auf einen Schlaganfall sehr schnell überprüfen.

Wie funktioniert der FAST-Test?

Der FAST-Test gibt Aufschluss darüber, ob der Notruf gewählt werden muss. Die englische Abkürzung steht für "Face-Arms-Speech-Time". Heißt: Gesicht-Arme-Sprache-Zeit.

F – Face (Gesicht):

Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herunter, ist das ein Alarmsignal.

A – Arms (Arme):

Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Kann ein Arm nicht gehoben werden, sinkt ab oder dreht sich, kann das ein Anzeichen für eine Lähmung sein.

S – Speech (Sprache):

Bitten Sie die betroffene Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Hört sich die Person anders an? Ist die Sprache verwaschen oder verstehen Sie die Person nicht richtig? Oder ist sie dazu nicht in der Lage? Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Sprachstörung.

T – Time (Zeit):

Gibt es bei einer dieser Aufgaben Probleme, sollten Sie unverzüglich den Notruf mit der Nummer 112 wählen. Die betroffene Person muss so schnell wie möglich in eine Notaufnahme.

Wer sich unsicher ist oder Angst hat, die FAST-Regel zu vergessen, kann sich eine App mit dem FAST-Test der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe auf das Smartphone installieren. Hier werden auch die drei Aufgaben abgefragt. Die App ist im Google Play-Store und für iOS im App-Store erhältlich.

Welche Symptome gibt es noch?

Neben plötzlich eintretenden starken Kopfschmerzen sind Schwindel, Übelkeit, Taubheitsgefühlen beziehungsweise Lähmungserscheinungen und Sehbeeinträchtigungen typische Symptome eines Schlaganfalls. Sie treten oft aus dem Nichts auf. Bei Frauen sind die üblichen Symptome oft nicht so auffällig, dafür treten Atemnot, Erbrechen, Übelkeit und Schmerzen im Brustkorb ausgeprägter auf.

Wie Sie bei einem Schlaganfall Erste Hilfe leisten können und was es zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Was verursacht einen Schlaganfall?

Man unterscheidet zwei Ursachen für einen Schlaganfall: In 80 Prozent der Fälle verschließt sich ein gehirnversorgendes Gefäß und dies führt zu einer Durchblutungsstörung. In 20 Prozent der Fälle reißt ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich und es kommt zu einer Blutansammlung. Durch die Durchblutungsstörung können die Nervenzellen des Gehirns nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden und beginnen abzusterben. Nach einer bestimmten Zeit kann es durch den Mangel an Sauerstoff zu irreversiblen Schäden kommen. Wie wichtig schnelle Hilfe ist und wie spezialisierte Schlaganfallstationen helfen können, erfahren Sie hier.

Welche Risikofaktoren gibt es für einen Schlaganfall?

Grafik Risikofaktoren Schlaganfall
© Schlaganfallbegleitung

Der größte Risikofaktor, den niemand selbst beeinflussen kann, ist laut Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe das Alter. Als Faustregel gilt: Das Schlaganfall-Risiko verdoppelt sich ab dem 50. Lebensjahr jedes Jahrzehnt. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zählt den Bluthochdruck zu den wichtigsten behandelbaren Risikofaktoren. Zudem lässt sich das individuelle Risiko online bei einem Test ermitteln.

Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

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Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung kann sich positiv auf Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette auswirken. So kann das Risiko für einen Schlaganfall gesenkt werden. Der 10. Mai ist der bundesweite "Tag gegen den Schlaganfall". In diesem Jahr thematisiert die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die den Tag 1999 initiiert hat, Bewegung als Präventionsmaßnahme. Eine Studie aus Großbritannien belegt, dass schon ein Spaziergang pro Woche einen positiven Effekt hat – bei Menschen, die sich zuvor wenig bis gar nicht bewegt haben.

Quellen:  Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe , AOK, Malteser,Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Fast-Regel, Studie aus Großbritannien


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