VG-Wort Pixel

Wenig geeignete Wirkstoffe Von diesen Schmerzmitteln rät Stiftung Warentest ab

Viele Schmerzmittel verschaffen Linderung. Einige seien jedoch nicht für jeden Patienten geeignet, so Warentest.
Viele Schmerzmittel verschaffen Linderung. Einige seien jedoch nicht für jeden Patienten geeignet, so Warentest.
© Bildagentur-online/Ohde/ / Picture Alliance
Welche Schmerzmittel sind zu empfehlen und welche nicht? Stiftung Warentest hat die Vor- und Nachteile einzelner Wirkstoffe unter die Lupe genommen - und einige sind wenig geeignet.

Ob bei Fieber, Rückenschmerzen oder Migräne: Schmerzmittel versprechen schnelle Linderung. Das Angebot der Medikamente ist jedoch unübersichtlich und für Laien ist kaum erkennbar, welches Präparat gegen welche Leiden hilft und wie sinnvoll Kombiprodukte mit mehreren Wirkstoffen sind.

Die unabhängigen Tester von Stiftung Warentest haben in ihrer aktuellen Ausgabe bekannte, rezeptfreie Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol überprüft, aber auch verschreibungspflichtige Medikamente. Viele rezeptfreie Mittel seien geeignet, so das Fazit, von einigen raten die Experten jedoch in bestimmten Fällen ab.

Diese Schmerzmittel sind wenig geeignet

Zwei Wirkstoffe, welche die Warentester für wenig geeignet halten, sind Phenazon (wird etwa im Medikament Migräne Kranit verwendet) und Propyphenazon (Demex). Die Stoffe sind rezeptfrei erhältlich, jedoch gibt es kaum Studien zum Einsatz bei Schmerzen, monieren die Experten.

Auch von rezeptfreien Kombipräparaten mit nicht-opioiden Schmerzmitteln halten die Experten wenig. Dazu zählen etwa Neuralgin oder Thomapyrin Classic. Diese Mittel enthalten laut Warentest häufig Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS), manchmal sogar noch Coffein. Diese Kombination biete keinen zusätzlichen therapeutischen Vorteil, jedoch ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko.

Einige Medikamente - darunter Fentanyl oder Buprenorphin - werden als Pflaster angeboten. Diese werden häufig verordnet, seien jedoch nur "mit Einschränkung geeignet", so Warentest. Anwendungsfehler können zu Unter- oder Überdosierung führen. "Wir empfehlen die Pflaster nur, wenn andere Mittel etwa wegen Schluckstörungen nicht möglich sind."

Wenig geeignete Wirkstoffe: Von diesen Schmerzmitteln rät Stiftung Warentest ab

Schmerzmittel können ins Gegenteil umschlagen

Generell sollte man bei allen Schmerzmitteln - ob rezeptfrei oder verschreibungspflichtig - einen genauen Blick in den Beipackzettel werfen. Denn manche Wirkstoffe erhöhen bei längerem Einsatz das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, dazu zählen etwa Ibuprofen oder Diclofenac. Andere schlagen häufig auf den Magen, etwa ASS. Wieder andere können die Leber belasten, etwa Ibuprofen. Die Mittel sind deshalb nicht für jeden Patienten gleichermaßen geeignet.

Wie immer kommt es jedoch auf die Dosis an. Wer gelegentlich eine Schmerztablette einwirft, muss wenig befürchten. Kritisch wird es Warentest zufolge bei längerer Selbstmedikation, wer also ohne ärztlichen Rat mehr als vier Tage am Stück und zehn Tage im Monat Schmerzmittel nimmt.

Denn was viele nicht wissen: Der Körper gewöhnt sich an das Mittel, das seine Wirksamkeit verliert - und schließlich ins Gegenteil umschlägt. Der Stoff, der einem die Schmerzen nehmen soll, kann dann selber Schmerzen verursachen. Das gilt nicht nur für starke, verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch für frei verkäufliche Mittel.

Den vollständigen Test erhalten Sie gegen Gebühr unter test.de/schmerzmittel.

cf

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker