Schönheits-OP Gesteigertes Selbstmordrisiko nach Brustvergrößerung


Eine schwedische Studie hat nachgewiesen, dass Frauen, die sich die Brust vergrößern ließen, eher zu Selbstmord tendieren als Frauen, die ihrem Original treu blieben.

Schwedische Ärzte haben bei Frauen mit künstlich vergrößerten Brüsten eine Verdreifachung des Selbstmordrisikos festgestellt. Nach der im "British Medical Journal" (Bd. 326, S. 527) von diesem Samstag veröffentlichten Untersuchung sollen vor allem psychische Gründe hinter der deutlich erhöhten Selbstmordrate stehen.

Der für die Untersuchung verantwortliche Epidemiologe Olof Nyrén vom Karolinska Institut in Stockholm stufte das Ergebnis als "erwartungsgemäß" ein. "Es ist unter Psychiatern wie unter Schönheitschirurgen bekannt, dass Patienten, die ihren Körper verändern wollen, oft psychische Probleme haben", sagte er der Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter". Frauen mit Brustimplantaten hätten generell ein "etwas ausschweifenderes Leben", meinte Nyrén weiter und nannte dabei einen stärkeren Anteil an Raucherinnen sowie eine höhere Zahl von Sexualpartnern.

Kausaler Zusammenhang nicht bewiesen

Die Ärzte am Karolinska Institut hatten in schwedischen Krankenhäusern gesammelte Daten von über 3000 Frauen untersucht, die sich hier zwischen 1965 und 1993 ausschließlich aus kosmetischen Gründen die Brüste vergrößern ließen. Dabei stellten sie 15 Selbstmorde fest. Der Durchschnitt bei vergleichbaren Frauen ohne Brustvergrößerung liege bei 5,2. Nyrén kritisierte eine zunehmende Bereitschaft von Chirurgen, sich ausschließlich nach den Wünschen der Patientinnen zu richten.

Einen direkten kausalen (ursächlichen) Zusammenhang zwischen dem chirurgischen Eingriff und dem Freitod habe man nicht feststellen können, hieß es im "British Medical Journal". Auch für die in der Debatte um das Für und Wider von Silikonbusen behauptete Störung des Immunsystems habe es in der Untersuchung keine Belege gegeben.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker