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Trends in der Schönheitschirurgie: Brust-OPs sind out - dieses Körperteil kommt stattdessen unters Messer

Darf es etwas mehr Volumen für die Lippen sein? Oder soll der Bauch straffer werden? Schönheitschirurgen erklären, welche Eingriffe derzeit besonders beliebt sind. 

Das Gesicht rückt in den Fokus

Das Gesicht rückt in den Fokus

Schön geformte, große Brüste - das ist der Wunsch vieler Frauen. Oder besser gesagt: Er war es. Jahrelang rangierte die Brustvergrößerung auf Platz 1 der beliebtesten Schönheitsoperationen in Deutschland. Doch nun ändert sich offenbar der Geschmack: Wie aus einer aktuellen Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervorgeht, liegen Brustvergrößerungen mit rund zehn Prozent nicht länger an der Spitze der Korrekturwünsche. Stattdessen sind Augenlidkorrekturen mit 12,4 Prozent besonders beliebt. Auch Gesichtsstraffungen (7,9 Prozent) und Lippenkorrekturen (7,4 Prozent) liegen im Trend. "Bei Frauen rückt das Gesicht stärker in den Fokus", folgert Mediziner Kauder.

Allerdings ist die niedrigere Zahl bei den Brustvergrößerungen kein Hinweis auf einen generellen Rückgang der Operationen nach dem Skandal um Brustimplantate 2010. Die absolute Zahl der ästhetischen Brustvergrößerungen liegt nach Angaben der DGÄPC mit rund 25.000 pro Jahr sogar leicht höher als vor fünf Jahren - damals waren es 20.000. Andere Eingriffe seien lediglich beliebter geworden, sagte DGÄPC-Sprecher Martin Spiering.

Eine weiteres Ergebnis der Befragung: In Deutschland lassen sich mehr Männer im Vergleich zu früher von Schönheitschirurgen operieren. Der Männeranteil lag in der aktuellen Patientenbefragung bei 17,5 Prozent. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Befragungen 2009. Damals lag der Anteil der Männer bei 9,6 Prozent. "Wir beobachten eine deutlich größere gesellschaftliche Akzeptanz für Männer, die sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen", sagte Verbandsmitglied Olaf Kauder. Bei Männern steige die Bereitschaft, sich einer ästhetischen Behandlung zu unterziehen.

Die Problemzonen beim Mann? Augen und Nase

Auf der Beliebtheitsskala beim Schönerwerden stehen bei Männern Augenlidkorrekturen ganz oben. Rund jeder fünfte Patient ließ sich Tränensäcke oder Schlupflider entfernen. Mit der Form ihrer Nase waren rund acht Prozent der Männer, die sich von einem DGÄPC-Chirurgen behandeln ließen, unzufrieden. Zwölf Prozent ließen sich Fett absaugen, sieben Prozent die Bauchdecke straffen.

Für die Umfrage geben Männer und Frauen freiwillig Auskunft. In dem Berufsverband haben sich Mediziner zusammengeschlossen, die eine Facharztausbildung zum Ästhetisch-Plastischen Chirurgen abgeschlossen und eine eigene Praxis eröffnet haben. Der Begriff Schönheitschirurg sei nicht geschützt, erläuterte Spiering. Auch andere Fachärzte dürften ästhetische Eingriffe vornehmen. Es gebe damit eine Grauzone ohne die spezielle Zusatzausbildung, die der Verband verlangt.

Schönheitsoperationen sind medizinisch nicht notwendig und bergen gesundheitliche Risiken. Sie entsprechen dem Wunsch des Patienten. Im DGÄPC-Verbund ergebe ein Vorgespräch mit dem Arzt, ob diese Wünsche realistisch und zu erfüllen seien, sagte Sprecher Spiering. Es könne durchaus vorkommen, dass ein Kollege Wünsche ablehne. "Es gibt ja auch viele prominente Negativ-Beispiele", ergänzte Spiering. Dazu gehört für viele wohl Italiens ehemaliger Ministerpräsident Silvio Berlusconi.


ikr / DPA

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