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Schutz vor Strahlung: Daran erkennen Sie eine gute Sonnenbrille

Eine gute Sonnenbrille ist ein Muss – sie filtert den gefährlichen UV-Anteil aus den Sonnenstrahlen heraus. Doch woran erkennt man ein gutes Modell? Und was bedeuten Aufdrucke wie "UV 400"?

Eine junge Frau trägt eine Sonnenbrille.

Schutz vor UV-Strahlung: Im Sommer sind Sonnenbrillen unentbehrlich.

Cool aussehen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit tun: Sonnenbrillen mit optimalem UV-Schutz sind die perfekte Symbiose dieser manchmal konkurrierenden Ziele. Doch worauf sollten Kunden beim Kauf achten? Spielt die Form einer Brille überhaupt eine Rolle? Und was bedeuten Aufdrucke wie "100%
UV-Schutz" auf dem Rahmen? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Meine Augen sind nicht besonders lichtempfindlich. Sollte ich trotzdem bei schönem Wetter eine Sonnenbrille tragen?
Unbedingt, denn die Brille bewahrt nicht nur davor, von hellem Licht geblendet zu werden. Vor allem sollte sie die Augen vor der unsichtbaren Ultraviolettstrahlung schützen – dabei spielt die individuelle Lichtempfindlichkeit keine Rolle.

Wieso ist UV-Licht für unsere Augen gefährlich?

Die UV-Wellen der Sonne können die Augen auf ganz unterschiedliche Weise schädigen. So verletzen sie bei starker Strahlung die äußersten Zellen der Horn- und der Bindehaut mitunter innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten. Die folgende Entzündung macht sich gewöhnlich nach sechs bis acht Stunden bemerkbar. Sie fühlt sich an, als hätte man Sand in den Augen. Die Beschwerden klingen jedoch nach ein bis zwei Tagen ab, wenn neue Zellen gebildet und die Verletzungen verheilt sind.

Die Strahlen richten allerdings auch chronische Schäden an. Besonders gefährdet sind die Linsen, die einen Großteil der einfallenden UV-Energie aufnehmen. Je mehr sie dem ultravioletten Licht ausgesetzt sind, desto schneller trüben sie sich.
Die Folge: Das Risiko, vorzeitig an Grauem Star zu erkranken, steigt. Zudem bewirkt die Strahlung auf Dauer Veränderungen in den Netzhäuten und erhöht das Risiko einer Makuladegeneration, die bis zur Erblindung führen kann.

Woran erkenne ich eine gute Sonnenbrille?

Achten Sie auf den Aufdruck "UV400". Sie finden ihn etwa auf den Bügeln. Damit verspricht der Hersteller, dass die Brille vor UV-Strahlung mit einer Wellenlänge bis 400 Nanometer schützt. Laut Bundesamt für Strahlenschutz kann man sich auch auf ähnliche Aufdrucke wie "100% UV-Schutz" oder "100% UV protection" recht gut verlassen. Wenn Sie unter Grauem Star oder Netzhautproblemen leiden oder sich bereits einer Augen-OP unterzogen haben, sollten Sie ein Modell wählen, das auch das sogenannte blaue Licht bis etwa 480 Nanometer herausfiltert. Das CE-Zeichen, das viele Brillen tragen, steht dagegen nur für die europäische Mindestnorm, die lediglich einen Schutz bis zu 380 Nanometern vorsieht.

Meine Brille hat diese Siegel nicht. Kann ich herausfinden, ob sie die UV-Strahlen trotzdem ausreichend herausfiltert?

Viele Optiker überprüfen kostenlos die Funktion Ihrer Sonnenbrille, auch wenn Sie diese nicht bei ihnen gekauft haben.

Ist die Form einer Brille nur ein modisches Detail?

Keineswegs, die Brille sollte möglichst bis zu den Brauen reichen und auch die Seiten abdecken, damit am Rand keine Streustrahlung in die Augen gelangt. Denn aufgrund der Tönung der Gläser weiten sich die Pupillen, und die Augen sind besonders empfindlich für eindringendes UV-Licht. Daher sind dunkle Brillen ohne UV-Filter sehr gefährlich.

Was muss ich für ein gutes Modell ausgeben?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Tests des Bundesamts für Strahlenschutz ergaben, dass manche Billigbrille gut schützt und es umgekehrt unter den teuren Markenmodellen durchaus Nieten gibt.

Was bedeutet das Kürzel KAT oder CAT auf den Bügeln der Brillen?

Es gibt an, wie stark die Brille getönt ist und damit das sichtbare Licht – nicht die UV-Strahlen – abhält. Kat 3 entspricht einer Tönung von 82 bis 92 Prozent und wird für Strand und Sport empfohlen. Mit den extrem dunklen Kat-4-Brillen dürfen Sie nicht Auto oder Rad fahren.

Sollten auch Kinder Sonnenbrillen tragen?

Ja, denn ihre Augen verfügen noch nicht über so viele Pigmente in der Iris und sind deshalb besonders empfindlich gegen Strahlung.

Torben Müller
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