stern-Umfrage Zigaretten-Schockbilder bringen nichts


Nach langem Ringen hat die EU schärfere Gesetze gegen Tabakprodukte beschlossen. Etwa Schockbilder, die vom Rauchen abhalten sollen – eine nutzlose Vorgabe, wie 63 Prozent der Deutschen glauben.

Ab 2016 soll es auch in Deutschland große Warnhinweise und abschreckende Bilder auf Zigarettenpackungen geben, um auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Aber wird das Jugendliche daran hindern, mit dem Tabakkonsum zu beginnen? Eine Forsa-Umfrage für den stern zeigt: Nur 36 Prozent der Deutschen glauben, dass die Schockbotschaften Jugendliche abschrecken werden. 63 Prozent gehen nicht davon aus.

Vor zwei Jahren hatte ein Forscherteam der Uni Bonn herausgefunden, dass zumindest Raucher wenig empfänglich für solche Schockbilder sind. Der Studie zufolge, stellten die Wissenschaftler bei Rauchern deutliche Veränderungen in der Emotionsverarbeitung fest: Nach einer zwölfstündigen Abstinenz war bei den Süchtigen das "Furchtzentrum" im Gehirn weitgehend außer Kraft gesetzt, so dass sie sich auch nicht von den Folgen des Rauchens abschrecken ließen.

Die EU-Staaten hatten sich bereits im Sommer auf schärfere Regeln für Tabakprodukte geeinigt. Die Regelung sieht auch vor, dass bestimmte Aroma- und Zusatzstoffe wie Menthol, Vanille oder Schokolade ganz aus Zigaretten verbannt werden. Auch für die in einigen EU-Staaten weit verbreiteten sogenannten elektronischen Zigaretten, die eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampfen, sind strengere Auflagen geplant. Beispielsweise sollen die Erzeuger verpflichtet werden, den Inhalt der Flüssigkeit offenzulegen.

dg

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