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Zigaretten und Tabak: Schockbilder wirken – Raucher halten sich zurück

Seit Mai müssen Raucher in Deutschland den Anblick von Raucherlungen oder blutbesprenkelten Taschentüchern vom Raucherhusten ertragen. Das zeigt Wirkung: Die Kauflust der Raucher ist gesunken. Das bekommt nicht nur die Tabakindustrie zu spüren.

Seit Mai 2016 vorgeschrieben: Bilder zeigen auf Zigarettenschachteln die möglichen Auswirkungen des Rauchens

Seit Mai 2016 vorgeschrieben: Bilder zeigen auf Zigarettenschachteln die möglichen Auswirkungen des Rauchens

Nach der Einführung von Schockbildern und größeren Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln und anderen Tabakwaren ist der Absatz gesunken. Im dritten Quartal wurden in Deutschland 11,3 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Auch der Absatz von Zigarren und Zigarillos sowie die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selbstdrehen gingen zurück.

Die Statistiker erklärten dies mit der Verschärfung der Warnhinweise infolge der EU-Tabakrichtlinie, die in Deutschland seit dem 20. Mai gilt. Hersteller müssen daher ihre Produktion umstellen. Im ersten Quartal hatten sie noch kräftig Ware nach den alten Bestimmungen produziert, weil diese noch ein Jahr lang weiter verkauft werden darf.

Insgesamt wurden im dritten Quartal bundesweit Tabakwaren im Verkaufswert von 6,3 Milliarden Euro versteuert. Das waren 0,8 Milliarden Euro oder 10,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Tabakbranche rechnet mit besserem Umsatz

Die technische Umstellung sei sehr zeit- und kostenintensiv gewesen, berichtete Jan Mücke, Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverbandes. Die Branche erwarte nun, dass sich der Absatz zum Jahresende normalisiere. "Wir rechnen im Gesamtjahr weiterhin mit mehr als 14 Milliarden Euro Steuereinnahmen für den Fiskus."

Gegen den Trend stieg im dritten Quartal der Absatz von Pfeifentabak kräftig um 33,5 Prozent - allerdings auf niedrigem Niveau. Der versteuerte Verkaufswert lag hier gerade einmal bei 60 Millionen Euro. Ein Grund für den Anstieg ist der Branche zufolge die steigende Beliebtheit von Wasserpfeifen.

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tkr / DPA