VG-Wort Pixel

Stiftung Warentest Vorsicht vor Schadstoffen in Baby-Milchpulver

Das Bild zeigt ein Baby, das Milch aus einer Flasche trinkt.
Stiftung Warentest hat Säuglingsnahrung getestet
© iStock
Stiftung Warentest hat 15 Milchpulver für Babys getestet. Der Großteil schneidet gut ab – doch einige Produkte enthalten Schadstoffe.

Keine Frage: Muttermilch ist die beste Nahrung für Neugeborene. Sie enthält alle Nährstoffe, die Babys brauchen, ist gut verdaulich, schnell verfügbar und unterstützt das Immunsystem. Doch einige Mütter können oder wollen ihre Kinder nicht stillen. In diesen Fällen sichert Säuglingsanfangsnahrung die Versorgung des Kleinkinds.

Stiftung Warentest hat 15 Milchpulver geprüft, darunter elf herkömmliche Pulver und vier Produkte für allergiegefährdete Babys. Acht Produkte erhielten die Testnote "gut", sechs Pulver schnitten "befriedigend" ab. Ein Produkt fiel bei den Testern dagegen mit der Note "mangelhaft" durch.

Mit den meisten Produkten waren die Tester zufrieden: Sie seien "ein gelungenes Rundumpaket mit allem, was ein Baby zum Gedeihen braucht", heißt es in der aktuellen Ausgabe von test. Ebenso erfreulich: Alle Produkte erfüllten die strengen gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Inhaltsstoffe. Auch krankmachende Keime konnten die Tester nicht nachweisen. In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Milchpulver in den Handel, die mit dem Bakterium Enterobacter sakazakii belastet waren. Es kann bei Säuglingen eine Hirnhautentzündung auslösen.

Preiswert und gut

Testsieger ist die "Milasan Pre Anfangsmilch" zu einem günstigen Preis von 4,95 Euro pro Packung. Allerdings geben die Tester zu bedenken, dass von der getesteten Variante nur noch Restposten im Handel verfügbar seien. Der Grund: Der Hersteller hat vor kurzem die Rezeptur umgestellt. Als ebenfalls preiswerte Alternative empfiehlt Stiftung Warentest die "Bebivita Anfangsmilch Pre". Sie wurde ebenfalls mit "gut" bewertet und kostet 3,95 pro Packung. Andere Produkte im Test waren deutlich teurer und schlugen mit Preisen von bis zu 15,00 Euro zu Buche.

Schlusslicht ist das Pulver "Babydream Anfangsmilch Pre" einer Drogeriekette. Es enthielt laut Warentest "bedenklich viel" an sogenannten Glycedil-Estern. Sie sind wahrscheinlich krebserregend. Daher lautete das Gesamturteil "mangelhaft".

Vermeidbare Verunreinigungen in Milchpulver

Auch in anderen Produkten fanden die Tester Schadstoffe: In der "Alnatura Anfangsmilch Pre" entdeckten sie eine erhöhte Dosis an 3-MCPD-Estern. Diese entstehen wie Glycedil-Ester während der Fettraffination. Sie lösen in Tierversuchen gutartige Tumore aus.

Im Pulver "Babylove Anfangsmilch Pre" war auffällig viel Chlorat enthalten. Es könnte über Desinfektionsmittel, die in Molkereien verwendet werden, in das Produkt gelangt sein und hemmt vorübergehend die Jodaufnahme der Schilddrüse.

Ob durch die gefundenen Rückstände eine Gesundheitsgefahr ausgeht, ist unklar. Gesetzliche Höchstgrenzen wurden nicht überschritten. Stiftung Warentest gibt zu bedenken, dass etwa für Glycedil-Ester auch kein solcher Wert existiert.

Den vollständigen Test mit allen Ergebnissen gibt es gegen Gebühr hier.

ikr

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker