Studie Bandscheiben-OPs oft unnütz


In Deutschland werden jährlich rund 30.000 Operationen an der Bandscheibe vorgenommen. Deutsche Wissenschaftler haben jetzt in einer Studie belegt: Operationen können die Schmerzen oft nur kurzfristig mindern - und sind in vielen Fällen überflüssig.

Operative Eingriffe zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen führen selten zum erwünschten Erfolg. Zu diesem Schluss kommen Orthopäden aus Düsseldorf nach der Analyse von rund 1200 Fachpublikationen, darunter die weltweit größte klinische Studie bei 1244 Bandscheibenpatienten. Demnach können Operationen bei Bandscheibenvorfällen an der Lendenwirbelsäule kurzfristig helfen. Mittel- und langfristig seien die Ergebnisse von operierten und nichtoperierten Patienten gleich, teilt das Zentrum für Molekulare Orthopädie in Düsseldorf mit.

In Deutschland würden jährlich circa 30.000 Operationen vorgenommen, bei der die Bandscheibe entfernt wird. Die Studien machten jedoch deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gebe. Vielmehr sei ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik notwendig.

Eine Operation ist den Angaben zufolge immer dann angezeigt, wenn eine akute Blasen-Mastdarm-Störung oder schwere Nervenausfälle vorliegen. Ansonsten führe eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Physiotherapie und Akupunktur zur Besserung. Fast jeder Mensch leidet mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Gemeinsam ist vielen Leiden, dass Bandscheibe oder Knochen auf die empfindlichen Nerven drücken, die zwischen den Wirbeln austreten. Schmerzen und manchmal Gefühlsstörungen der betroffenen Bereiche sind die Folgen.

DDP DDP

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