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Geschlechtskrankheit: Weltweit erster Fall von Horror-Tripper, gegen den kein Antibiotikum hilft

In England hat sich ein Mann mit einem Tripper-Erreger infiziert, gegen den die gängigen Antibiotika quasi machtlos sind. Mediziner warnen schon länger davor, dass die Geschlechtskrankheit bald kaum noch therapierbar ist - wenn nicht dringend neue Arzneimittel entwickelt werden.

Hier haben sich zahlreiche Neisserien, die Erreger der Gonorrhoe (Tripper), an die Oberfläche einer Epithelzelle angeheftet; sie sind im Begriff, in die Zelle einzudringen. Epithelzellen sind die oberste Schicht des menschlichen Haut-und Schleimhautgewebes.

Hier haben sich zahlreiche Neisserien, die Erreger der Gonorrhoe (Tripper), an die Oberfläche einer Epithelzelle angeheftet; sie sind im Begriff, in die Zelle einzudringen. Epithelzellen sind die oberste Schicht des menschlichen Haut-und Schleimhautgewebes.

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In Großbritannien hat sich ein Mann mit einem Tripper-Erreger infiziert, gegen den die gängigen Medikamente - also - machtlos sind. Als Standard-Therapie wird normalerweise eine Kombination aus zwei verschiedenen Antibiotika verschrieben, nämlich Azithromycin und Ceftriaxon. Doch auf beide Medikamente reagiert der Patient nicht mehr. Seine Erkrankung ist der weltweit erste Fall einer antibiotika-resistenten Gonorrhoe, der dokumentiert wurde.

Der heterosexuelle Mann hat sich vermutlich in beim Geschlechtsverkehr mit dem Erreger infiziert. Anfang des Jahres hatte er sich in einer Praxis Hilfe gesucht. Ob dem Mann geholfen werden kann, ist unklar. Dafür müssten die Mediziner erst ein wirksames Antibiotikum finden. Die umgangssprachlich Tripper genannte Krankheit zeigt sich bei Männern durch Juckreiz der Genitalien, einen eitrigen Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen. Ohne Behandlung können die Bakterien auch andere Organe befallen und zum Tode führen.

Resistenz von Antibiotika bei Gonorrhoe

Seit der Einführung von Penicillin im Jahr 1943 wird Gonorrhoe mit Antibiotika behandelt - doch das wird immer schwieriger. Denn die Gonokokken werden resistent gegen das Arzneimittel. Schon seit den 1960er Jahren mussten immer wieder neue Antibiotika mit anderen Wirkmechanismen eingesetzte werden. Im Mai 2011 wurde ein Japan erstmals ein Erregerstamm im Labor beschrieben, der resistent gegen die übliche Behandlung war.

Tripper: Wenn Antibiotika versagt

Die Weltgesundheitsorganisation warnte daher bereits 2012 davor, dass Tripper künftig nicht mehr mit den bekannten Antibiotika behandelt werden kann. "Die Gonorrhoe wird durch hohe Infektionsraten und schwindende Behandlungsmöglichkeiten zu einer bedeutenden Herausforderung für das Gesundheitswesen", so die WHO-Expertin Manjula Lusti-Narasimhan 2012 dazu. 2017 setzte die Organisation die Krankheit auf eine Liste mit zehn Erregern, gegen die dringend neue Antibiotika entwickelt werden müssen. Ansonsten könnte ein "harmloser Tripper zu einer schweren und schließlich tödlichen Erkrankung" auswachsen, so die WHO.

Weltweit erkranken pro Jahr rund 106 Millionen Menschen an Tripper, der fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. In Deutschland infizieren sich jährlich rund 20.000 Menschen. "In ganz Westeuropa ist die Tendenz ähnlich, dass sexuell übertragbare Infektionen wieder eher zunehmen", sagte die Expertin für sexuell übertragbare Infektionen am Berliner Robert Koch-Institut (RKI), Viviane Bremer. Es mangele am Bewusstsein dafür in der Bevölkerung und insbesondere der Risikogruppe der unter 25-Jährigen. 

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kg

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