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Vogelgrippe: Erstmals H5N1 bei deutschem Nutzgeflügel

In Sachsen ist erstmals hierzulande bei Nutzgeflügel das Vogelgrippevirus H5N1 aufgetreten. Nun droht Deutschland ein Exportverbot für Geflügelprodukte.

Der Vogelgrippe-Fall trat in einem sächsischen Geflügelbetrieb auf. "Ja, wir haben in Sachsen einen Fall von Vogelgrippe vom Typ H5N1", sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber. Die Vorbereitungen zur Tötung des gesamten Bestandes von 16.000 Puten, Gänsen und Hühnern seien abgeschlossen.

Auch Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bestätigte den Ausbruch von H5N1. Dort waren die Proben untersucht worden. Ob es sich um die aggressive Asia- Variante handele, werde noch untersucht, sagte die Sprecherin des Institutes, Elke Reinking.

Das Sozialministerium hat nun Seuchenschutzmaßnahmen eingeleitet. Angeordnet ist die Einrichtung des Sperrbezirkes mit einem Drei-Kilometer-Radius um den Hof herum, des Beobachtungsgebietes im 10-Kilometer-Radius und einer Kontrollzone mit einem 13-Kilometer-Radius.

Betrieb wurde laufend kontrolliert

Am Sonntag hatte es in dem Betrieb erste Auffälligkeiten gegeben: Den Angaben zufolge wurden mehrere tote Tiere gefunden. Inzwischen sind auf der Geflügelfarm bereits rund 700 Tiere verendet. "Der Bestand ist gesperrt worden", sagte Schreiber. Der Betrieb befindet sich im Muldentalkreis im Regierungsbezirk Leipzig. In Sachsen ist die Vogelgrippe bislang weder bei Wild- noch bei Nutztieren festgestellt worden.

Bei den wöchentlichen Untersuchungen seien bei den Tieren keine Viren festgestellt worden, teilten Vertreter des Muldentalkreises in Grimma mit. Die Puten hätten nicht einmal Antikörper gegen das Vogelgrippevirus entwickelt gehabt. "Deshalb hat uns der Nachweis des Virus auch so erschüttert", sagte Amtsärztin Regine Krause vor Journalisten. Kreistierarzt Ingolf Herold äußerte die Vermutung, dass das Nutzgeflügel durch Wildvögel angesteckt worden sei. Die in dem Betrieb gehaltenen Gänse seien mit Zustimmung der Behörden zeitweise von der Stallpflicht befreit gewesen.

Bauernverband gibt sich gelassen

Der Bauernverband rechnet nicht mit einer flächendeckenden Ausbreitung der Vogelgrippe bei Nutzgeflügel in Deutschland und hofft auf eine schnelle Eindämmung. "Wir sind sehr sicher, dass das gelingen wird, weil das Virus sich nur durch direkte Kontakte überträgt", sagte Generalsekretär Helmut Born. "Wenn ein solcher Fall eintritt, muss man schnell handeln, um jegliche Ausbreitung zu verhindern." Die Geflügelhalter seien aber gut vorbereitet.

Die betreffenden Bestände in Sachsen würden umgehend getötet, sagte Born. Wenn ein Sperrbezirk schnell leergeräumt werde und kein Tiertransport stattfinde, könnten die Handelsbeschränkungen nach kurzer Frist wieder aufgehoben werden. "Das macht uns recht optimistisch." Dann könne vermieden werden, dass plötzlich auch Nachbarbestände dahingerafft würden.

Weitere Fälle in anderen Bundesländern

Bestätigte Fälle der Vogelgrippe bei Wildtieren wurden am Dienstag aus Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gemeldet. Die Landesregierung in Schwerin berichtete von zehn neuen Vogelgrippe-Fällen. Die neuen Funde stammten von der Insel Rügen, aus dem Landkreis Ostvorpommern und aus der Hansestadt Stralsund. Die Hansestadt Stralsund wurde zur Schutzzone erklärt. Alle anderen Tiere wurden in Bereichen gefunden, die bereits zu einer Schutzzone gehören. Damit stieg die Zahl der in Mecklenburg-Vorpommern amtlich festgestellten Infektionen auf 187 Wildvögel, drei Katzen und einen Steinmarder.

Der Erreger H5N1 wurde zudem in Gailingen im Landkreis Konstanz bei einem Mäusebussard nachgewiesen, wie das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium in Stuttgart mitteilte. Im Radius von drei Kilometern wurde ein Sperrbezirk eingerichtet. Ob es sich um den besonders aggressiven Virenstrang handelt, stand zunächst nicht fest.

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters

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