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Riesenbärenklau: Vorsicht vor dieser Pflanze! Sie verursacht fiese Verbrennungen

Der Riesenbärenklau wurde einst als Zierpflanze in Gärten und Parks gepflanzt. Doch nun sorgt das Gewächs für mächtig Ärger. Wer ihm zu nahe kommt, bekommt das zu spüren.

Riesenbärenklau im Selbstversuch: So gefährlich wirkt die Pflanze

Der Riesenbärenklau - auch Herkulesstaude genannt - ist eine Pflanze, die zum Anfassen einlädt. Fast majestätisch reckt er seine weißen Blüten in den Himmel. Sie thronen auf einem dicken behaarten Stil, der bis zu fünf Meter in die Höhe schießt. Allein die gezackten Blätter des Gewächs können eine Größe von einem Meter erreichen. Der Riesenbärenklau stammt aus dem Kaukasus und schmückte hierzulande einst Gärten und Parkanlagen. Von dort hat er sich auch in die sonstige Natur ausgebreitet. Doch er ist gefährlich. Und das wissen viele Menschen nicht, die sich über die unverhoffte Pracht am Wegesrand freuen - und ihn womöglich berühren.

Dann nämlich zeigt der Riese seine hässliche Seite: Wer mit den Blättern in Kontakt kommt und die Stelle im Anschluss Sonnenlicht aussetzt, riskiert fiese Verbrennungen. Die Haut schlägt schmerzende Blasen, rötet und entzündet sich. Der direkte Kontakt mit dem Pflanzensaft kann sogar Verbrennungen ersten und zweiten Grades auslösen. Zwar verheilen die Wunden in der Regel wieder. Womöglich hinterlassen sie aber hässliche Narben.

Behörden und Umweltschützer warnen nicht ohne Grund vor dem Gewächs. Behörden, weil sie Bürger vor den gesundheitlichen Folgen bewahren wollen. Umweltschützer, weil die Staude auch die heimische Flora bedroht. Der Riesenbärenklau breitet sich rasend schnell aus und verdrängt hiesige Pflanzen, indem er ihnen das Licht zum Wachsen raubt. Mittlerweile gedeiht die Staude in weiten Teilen Mitteleuropas, seine Ausbreitung variiert von Region zu Region - mit allgemein zunehmender Tendenz.

Eine Bekämpfung des Riesens ist daher wichtig - nur wie? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was macht den Riesenbärenklau so gefährlich für den Menschen?

Gelangt der Staudensaft auf die Haut, löst er dort in Kombination mit Sonnenlicht Verbrennungen aus. Schuld daran sind im Saft enthaltene fototoxisch wirkende Substanzen. Sie nennen sich Furocumarine. Für eine Reaktion genügt es schon, die Blätter des Riesenbärenklaus zu berühren. Die Symptome sind nicht sofort sichtbar und zeigen sich in der Regel erst nach einer Weile. 

Wichtig: Der Pflanzensaft kann auch Kleidung durchdringen. Treten nach Kontakt mit der Pflanze zusätzlich Symptome wie Kreislaufprobleme, Fieber oder Schweißausbrüche auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Wie erkenne ich den Riesenbärenklau?

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) gedeiht vor allem an Flussufern, Waldwegen und Straßenrändern. Eine einzelne Pflanze kann bis zu fünf Meter groß werden. Die Blätter der Staude sind stark gezackt, den haarigen Stängel zieren grüne und rötliche Sprenkel. Blütezeit des Riesenbärenklaus ist Juni und Juli. Seine Blüten sind weiß. 

Dicke Blasen und Geschwüre: Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus führt in Kombination mit Sonnenlicht zu Verbrennungen auf der Haut

Dicke Blasen und Geschwüre: Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus führt in Kombination mit Sonnenlicht zu Verbrennungen auf der Haut


Einige Doldenblütengewächse ähneln dem Riesenbärenklau, darunter der Zaungiersch (Aegopodium podagraria), der Pastinak (Pastinaca sativa) oder die Wilde Möhre (Daucus carota). Der Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) ist eng mit dem Riesenbärenklau verwandt und sieht ihm auch zum Verwechseln ähnlich. Allerdings sind seine Blätter eher gelappt, nicht gezackt. Bei empfindlichen Menschen kann auch der Wiesenbärenklau eine sogenannte Wiesengräserdermatitis auslösen. Dabei rötet sich die Haut.

Ich habe den Riesenbärenklau aus Versehen berührt. Was nun?

Das Landratsamt im Unterallgäu - ein Landkreis, in dem das Gewächs zunehmend zum Problem wird - rät in einem solchen Fall, einen schattigen Ort aufzusuchen und die betroffenen Stellen mit Wasser und Seife zu reinigen. Treten starke Symptome oder Unwohlsein auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Riesenbärenklau im Selbstversuch: So gefährlich wirkt die Pflanze

In meinem Garten wächst ein Riesenbärenklau. Wie kann ich ihn bekämpfen?

Sollten Sie den Riesenbärenklau entfernen wollen, achten Sie auf ausreichende Schutzkleidung. Dazu zählen: lange Hosen, ein langärmliges Hemd, Handschuhe, Gesichtsschutz und eine Schutzbrille. Für die Arbeit empfiehlt sich ein wolkenverhangener Tag.

Am besten ist, die Pflanze mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche abzuschneiden und alle verwendeten Geräte im Anschluss zu reinigen. Wer den Strunk oberhalb der Erde durchtrennt, riskiert, dass die Pflanze erneut austreibt. Kleine Pflanzen können abgemäht werden. Allerdings muss diese Arbeit regelmäßig wiederholt werden, wenn die Pflanze nachwächst.

Alle Pflanzenreste sollten sorgsam im Restmüll entsorgt werden. Auch Blüten gehören in den Müll. Womöglich reifen sie nach und bilden Samen, was zur Verbreitung des Riesenbärenklaus beiträgt.

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