Welt-Nichtraucher-Tag Mode- und Filmindustrie im Zentrum


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Mode- und Filmindustrie aufgefordert, auf jede Werbung für Tabakwaren zu verzichten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Mode- und Filmindustrie aufgefordert, auf jede Werbung für Tabakwaren zu verzichten. Film und Mode legten vielfach die Normen für Schönheit, Erfolg und Spaß fest, heißt es in einer in Genf verbreiteten Erklärung der WHO zum Welt-Nichtraucher-Tag am Samstag. Wegen ihrer gewaltigen Einflussmöglichkeiten seien beide Branchen zum Ziel der Marketing-Experten der Tabakindustrie geworden. Acht der zehn erfolgreichsten Hollywood-Filme der Jahre 1999 und 2000 zeigten Raucher. Insbesondere junge Zuschauer, die viel Raucher-Szenen sähen, würden wahrscheinlich eher mit dem Rauchen beginnen.

Film und Mode könnten nicht direkt beschuldigt werden, Krebs zu verursachen, aber sie sollten sich nicht von der Tabakindustrie missbrauchen lassen, schreibt die WHO. Die Aktionen der Organisation konzentrieren sich in diesem Jahr unter anderem auf die US- amerikanische und indische Filmindustrie in Hollywood und Mumbai sowie die italienische Modebranche.

Deutsche Krebsexperten warnten vor der Einführung von Minipackungen mit nur wenigen Zigaretten. Mit diesen "Kinderpackungen" würde gerade bei Jugendlichen die Hemmschwelle noch mehr sinken, zur Zigarette zu greifen. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am Samstag forderten mehrere Verbände am Freitag ein Verbot von Minipackungen für Zigaretten. Zu diesem Aufruf hatte sich das Deutsche Krebsforschungszentrum, die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zusammengeschlossen.

Die Tabaksteuer soll in drei Stufen bis 1. Juli 2005 um insgesamt einen Euro pro Schachtel Zigaretten steigen. Als Reaktion darauf planen die Tabakkonzerne nach Einschätzung der Krebsforscher die Einführung von Päckchen mit nur zehn Zigaretten.

Nach Angaben der WHO sterben jährlich rund 4,9 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Während der WHO-Jahreskonferenz im Mai dieses Jahres wurde von den 192 Mitgliedsländern die erste weltweit gültige Anti-Tabak-Konvention verabschiedet. Darin wird zu einem Stopp der Tabak-Werbung und des Sponsering aufgerufen.


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