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Trauer um Regisseur Helmut Dietl: "Adieu, Helmut"

Regisseur Helmut Dietl hat mit seinen Werken Fernseh- und Filmgeschichte geschrieben. Nun starb er im Alter von 70. Die Filmwelt trauert um einen "Kämpfer für seine Kunst und gegen seine Krankheit".

Deutschland trauert um einen ganz Großen der Filmbranche: Helmut Dietl ist tot. Der Regisseur starb am Montag im Alter von 70 Jahren in München.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte Dietl, den Träger des Bayerischen Verdienstordens, als einen "der ganz großen deutschen Regisseure und Drehbuchautoren". Er sei eine Institution gewesen. "Er hat Bayern und München mit seinen Werken tief in die Seele geschaut und damit unvergleichliche Charaktere geschaffen", sagte Seehofer.

Lungenkrebs-Erkrankung

Dietl wurde in den 1980er Jahren berühmt mit den Fernsehserien "Monaco Franze" und "Kir Royal". Zu seinen bekanntesten Kinofilmen zählen "Schtonk!", eine Persiflage auf die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher, und die Komödie "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief".

Vor knapp eineinhalb Jahren hatte Dietl, einst ein starker Raucher, seine schwere Lungenkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht. "Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist", sagte er damals im Interview der "Zeit". Im vergangenen Jahr hatte er den "Bambi" für sein Lebenswerk bekommen.

Ein Kämpfer für die Kunst

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Dietl als einen der erfolgreichsten Regisseure der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Er sei ein "Meister der Filmsatire" gewesen, schrieb Grütters in Berlin. Iris Berben, Präsidentin der Deutschen Filmakademie, erklärte: "Er (Dietl) hat dem Kino in Deutschland große Filme und unvergessliche Momente geschenkt. Er war ein Kämpfer für seine Kunst und gegen seine Krankheit. (...) Dennoch fällt es schwer, sich die Welt ohne den Mann vorzustellen, der sie uns auf so unnachahmliche Weise zu erklären vermochte. Adieu, Helmut."

Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, würdigte Dietl als sensiblen und gleichzeitig immer mutigen Künstler, der sich stets an Neues und Ungewöhnliches gewagt habe. Wilhelm sagte wörtlich: "Mit ihm verlieren wir einen der größten deutschen Drehbuchautoren, Regisseure und Produzenten."

lie/DPA / DPA