HOME

"Homer & Langley": Ein seltsames Brüderpaar

Seit seinem Erfolgsroman "Ragtime" ist E.L. Doctorow bekannt als Meister des historischen Romans. Auch sein neues Buch "Homer & Langley" liefert ein historisches Panorama: Zwei ungleiche New Yorker Brüder kämpfen in ihrer Messie-Wohnung um Privatsphäre.

E.L. Doctorow ist tot

Edgar Lawrence Doctorow, 80, zählt zu den wichtigsten US-Autoren der Gegenwart

Zwei Brüder erleben das 20. Jahrhundert. So einfach ließe sich der Inhalt von E.L. Doctorows neuem Roman zusammenfassen. Doch Homer und Langley sind nur am Beginn der chronologisch erzählten Handlung mit normalen Maßstäben zu messen. Da sind sie noch die heranwachsenden Söhne eines wohlhabenden New Yorker Paares. Doch mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs bricht die Katastrophe über die Familie herein. Homer, der jüngere der Brüder, verliert durch eine Krankheit sein Augenlicht. Langley wird Soldat in Europa. Kurz darauf sterben die Eltern.

Homer erzählt diese Ereignisse wie alle anderen Episoden des Romans mit einer bemerkenswerten Ruhe und Gelassenheit. Ihm fehlt zwar die Möglichkeit, die Ansicht von Personen und Situationen zu beschreiben, das macht er aber mehr als wett durch sensible Darstellungen seiner Sinneseindrücke und deren durchweg freundliche Interpretationen.

So stellt er keine kritischen Fragen, als Langley seltsam verändert aus Europa nach Hause zurückkehrt. Homer registriert zwar, dass Langleys Stimme nach einem Gasangriff anders geworden ist und dass sich auch sein Wesen verändert hat. Er bewertet die Veränderungen jedoch nicht. So kommentiert er auch nicht Langleys Verhaltensänderungen, die eindeutige Anzeichen für eine fortschreitende Geisteskrankheit aufweisen.

Über 100 Tonnen Müll

Immer mehr schotten sich die Brüder in ihrem Haus von der Außenwelt ab. Was als vorübergehende Stimmung beginnt, eskaliert bis zu Langleys Ausruf: "Dieses Haus ist unser unverletzliches Reich". Aber so sehr sie sich auch bemühen, sie können die Welt nicht von sich fernhalten. Diese dringt in ihr Haus durch Radio, Fernsehen und Zeitungen oder durch Personen wie Journalisten, Gangster oder Polizisten, die nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die japanisch- stämmigen Hausangestellten verhaften.

Gleichzeitig versucht Langley jedoch auch, durch eine Reihe von Projekten und Sammlungen Ordnung und ein System für die Welt zu entwickeln. Homer kann es nicht sehen oder beschreiben, aber anstatt das Chaos zu bändigen, vergrößert Langley es nur.

In kurzen Episoden erzählt "Homer & Langley" eine Geschichte der USA im 20. Jahrhundert. Auch wenn Homer nichts sieht und für den Kontakt zur Außenwelt zunehmend auf seinen geistig verwirrten Bruder angewiesen ist, so entgehen ihm keine der wichtigen Entwicklungen, die das Leben der Menschen außerhalb seines Hauses prägen.

Die Geschichte ist nur zum Teil Doctorows Fantasie entsprungen. Homer und Langley Collyer haben wirklich gelebt. Nach ihrem Tod 1947 wurden über 100 Tonnen Müll aus ihrem Haus geräumt. Doctorow erzählt ohne jegliche Sensationsgier, was sich im Haus abgespielt haben mag. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass auch so seltsame Außenseiter wie Homer und Langley der Welt untrennbar verbunden bleiben. Doctorow vermittelt dies in einem leisen und wirklich lesenswerten Buch.

Axel Knönagel/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.