HOME

"Voss - Berliner Zeitschrift": Ein Fuchs mischt die Medienlandschaft auf

Mit einem ambitionierten Konzept will "Voss - Berliner Zeitschrift" frischen Wind in die Presselandschaft bringen - und nebenbei einer alten Tante die Reverenz erweisen.

Neuerscheinungen sind auf dem Zeitschriftenmarkt seit der Medienkrise eine Seltenheit geworden. Umso mehr lässt ein publizistisches Vorhaben aus Berlin aufhorchen: Mit "Voss – Berliner Zeitschrift" wird der renommierten "Vossischen Zeitung" eine Reverenz erwiesen. Vielen ist dieser Name noch ein Begriff: Mehr als 300 Jahre lang war "Die Voss" (niederdeutsch für "Fuchs") ein Garant für Meinungsfreiheit in Deutschland; mit wechselndem Namen erschien die Zeitschrift seit 1617.

Bewegte Geschichte

Viele der größten Köpfe dieses Landes schrieben für die Publikation, darunter Gotthold Ephraim Lessing und Theodor Fontane. Zuletzt war die "Tante Voss", wie sie von den Berlinern gern genannt wurde, im Besitz des renommierten Ullstein Verlags. 1934 zwangen die Nationalsozialisten die Familie Ullstein, ihren Verlag an eine Auffanggesellschaft der NSDAP zu "verkaufen", damit war das Ende der Zeitung besiegelt.

Qualtität wird hier groß geschrieben

Die "Vossische Zeitung" galt als die renommierteste Berliner Tageszeitung ihrer Zeit und wurde Deutschland-weit gelesen. "Die Tante Voss" war ein feststehender Begriff, und noch heute ist sie vielen Berlinern in guter Erinnerung. Nun erscheint also eine Hommage an die gute alte Tante. Alle Freunde von hochwertigem Journalismus dürfen sich freuen: "Voss – Berliner Zeitschrift" legt einen besonderen Augenmerk auf Qualität. Ob fundierte Analysen oder ausführliche Reportagen: Lange, hochwertige Lesestücke stehen hier im Vordergrund, schnell und billig hat keine Chance.

Namhafte Autoren bürgen für Niveau

Wie die inzwischen eingestellte Zeitschrift "Die Woche" setzt auch "Voss" auf namhafte Autoren. In der ersten Ausgabe entzaubert der Historiker Dr. Andreas Etges den "Mythos JFK". Für diese Aufgabe ist er gleich dreifach prädestiniert: Er ist Historiker am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität in Berlin, daneben Kurator der Kennedy-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum und auch noch Autor der im Juni bei dtv erscheinenden JFK-Biografie.

Interessante Themenmischung

Dr. Stefan Wolle, Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin, schreibt über den 17. Juni und "deutsche Revolutionen". Die für ihre für Ost-West-Reportagen ausgezeichnete Gabriele Goettle wird ebenfalls vertreten sein. Sie hat den Rohrpost-Experten der Charité besucht. Auch hochwertige Fotografie kommt hier nicht zu kurz: Janni Chavakis von der Agentur Ostkreuz liefert eine Fotoreportage aus dem modernsten Krematorium Europas. Für Spannung sorgt der als -ky bekannte Krimi-Autor Horst Bosetzky, der einen exklusiven Krimi beisteuert. Cartoons aus der Feder von Altmeister Erich Rauschenbach sind schließlich ein Garant, dass hier keiner unter seinem Niveau lachen muss.

Nicht nur Berliner dürfen sich auf die Erstausgabe am 21. Juni freuen: "Voss – Berliner Zeitschrift" wird bundesweit im Bahnhofsbuchhandel und an Flughäfen angeboten, der Preis beträgt 5 Euro. Wer die Publikation online bestellt, bekommt sie im ganzen Bundesgebiet frei Haus geliefert.

Carsten Heidböhmer