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Eva Herman auf der Buchmesse: "Krippenplätze bedeuten Verwahrlosung"

Die evangelische Nachrichtenagentur Idea e.V. möchte die christliche Botschaft in den Medien platzieren. Eva Herman möchte die "Botschaft des Wachwerdens" verkünden. Beide treffen sich: auf der Buchmesse in Leipzig. Hermans erster großer öffentlicher Auftritt nach den Wirrungen um sie gerät überraschend leise.

Von Johanna Kutsche, Leipzig

Helmut Matthies ist ein Mann, den man sich als Journalist nur in einer wertorientierten Redaktion vorstellen kann. Sanfte Augen, runde Brille, das obligatorische braune Jackett. Er ist sichtlich bemüht, Deutschlands Familienpredigerin mit samtig weichen Handschuhen anzufassen. Eva Herman hat sich zur mentalen Unterstützung einen kleinen Hund mitgebracht. Knuffelig sieht der aus, weiß, mit braunen Fleckchen. Was hat die Hamburger Vorzeigemutter auch alles mitgemacht. Johannes B. Kerner schmiss sie medienwirksam und wohlkalkuliert aus der Sendung, der NDR trennte sich von ihr. Der Stern betitelte eine Ausgabe mit ihr auf dem Cover "Die Nazifalle". Genau diese Ausgabe hält die blonde Dame nun den Fotografen entgegen. Und rückt kein Stück von ihren Äußerungen ab.

Die Linksfeministinnen, dieser Begriff wird in der nächsten Stunde noch häufiger fallen, hätten Hermans Äußerungen in Zusammenhang mit dem "dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte" gestellt. Dabei sei sie selbsterklärte Nazigegnerin: "Ich habe mich in Hamburg bei 'Laut gegen Rechts' engagiert. Ich bin auch weder unwissend, noch naiv."

Fast widerspricht sie sich, als sie kurz darauf auf die Zeit des Nationalsozialismus zu sprechen kommt. Kinder haben heute einen schweren Stand, sagt Herman, ein Blick in die NS-Zeit also nötig. Werte, Familie, dafür möchte sie eintreten. Was das mit dem Nationalsozialismus zu tun hat, diese Erklärung bleibt sie erneut schuldig.

Ein Geraune geht trotzdem nicht durch den überfüllten Saal. Ein paar Fotografen sind da, ein winziges Kamerateam, andere Medien scheinen Frau Herman als unbelehrbar abgetan zu haben. Jenny Wehling, Studentin der Sozialen Arbeit in Jena, meint denn auch: "Ich bin nur hier, um zu schauen, was Eva Herman diesmal wieder erzählt. Ob sie aus ihren Fehlern gelernt hat. Aber: Sie hat sich nicht geändert." Diesen Eindruck haben viele Zuhörer im Saal. Herman erzählt vom Skandal, dass auch auf Babyprodukte 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben werden. Sie beschwört den Mythos der Karrierefrau, deren Privatleben entweder leide oder nicht existent sei; meint, dass Frauen heute arbeiten müssen, gar in die Erwerbstätigkeit gedrängt würden. "Nur deswegen werden doch so viele Krippenplätze geschaffen." Und das sei schädlich fürs Kind: "Die Bundesgesundheitsministerin Ursula von der Leyen fordert frühkindliche Bildung. Bei der Qualität unserer Krippen bedeutet das für Kinder Verwahrlosung, im besten Fall Aufbewahrung."

"Frauen müssen für die Sanierung maroder Kassen arbeiten"

Und der ganze Aufwand nur, weil die Sozialkassen des Staates leer seien. "Frauen müssen für die Sanierung maroder Kassen arbeiten." Herman selbst hat für diese Erkenntnis lange gebraucht: "Ich habe die Prioritäten falsch gesetzt. Ich hatte viel Erfolg und es hat mir Spaß gemacht. Aber es fehlte etwas." Mit ihrer Schwangerschaft habe sie auch das private Glück gefunden, was ihr vorher gefehlt hat. Und das ist sie, die Botschaft des Wachwerdens: "Wichtig ist doch der Erhalt der Gesellschaft." Der Feminismus, die Emanzipation der Frau steht dabei nur im Wege. "Mein Idealbild von Mann und Frau basiert auf der Apostelge-schichte." Frauen würden einseitig gefördert, überall und in alle Positionen hineingedrängt: "Die Männer gucken in die Röhre."

Frauen hätten, so Herman, einfach eine andere Aufgabe, sie kämen in der männlich geprägten Arbeitsgesellschaft nicht zurecht. "Eine Mutter ist Trösterin, Verhandlerin, Doktorin, Ratgeberin, ja Familienmanagerin." Dafür sind Frauen anscheinend gottgleich: "Frauen stellen den Kontakt zwischen Himmel und Erde her, sie haben eine andere Intuition, die mehr mit dem Himmel zu tun hat."

"Frauen sind zu dominant"

Angesichts dessen müssen es die Männer schwer haben, könnte man meinen. Nach Herman krankt es aber an etwas anderem in der Beziehung zwischen Mann und Frau: "Frauen sind zu dominant." Dass Männer keine Kinder mehr haben wollten, läge auch an der Emanzipation der Frau: "Männer kämpfen nicht, sie ziehen sich zurück." Dass die Moderatorin kämpfen kann, hat sie bewiesen. Mit dem NDR, der sie gefeuert hat, ist sie in eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung verwickelt. "Meine tiefe Überzeugung von Gottes Anwesenheit trägt mich." Gottes Anwesenheit, das ist das Stichwort für den gelassenen Herrn vom evangelischen Nachrichtendienst. Er überreicht Herman als Gastgeschenk ein Lutherbrot samt -biographie: "Hier stehe ich und kann nicht anders." Den Eindruck hat man von Eva Herman auch.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(