VG-Wort Pixel

Friedenspreis für Schriftsteller aus Israel Gauck ehrt Grossman


Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den israelischen Schriftsteller David Grossman hat Laudator Joachim Gauck Grossmans Bestreben gewürdigt, "dem die Stirn zu bieten, was einen knebelt und in das Korsett der Willkür zwingt".

Die Feier zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat am Sonntagmorgen in der Frankfurter Paulskirche begonnen. Preisträger ist in diesem Jahr der israelische Autor David Grossman.

Grossman sei ein "Symbol der Friedensbewegung", sagte der frühere Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, in seiner Laudatio in der Frankfurter Paulskirche. Der Autor habe immer wieder deutlich gemacht, dass Menschen "nicht dazu verurteilt" seien, Opfer ihrer Umstände zu sein. "Menschen haben eine Wahl", sagte Gauck.

Gauck betonte, Grossman sei dem Staat Israel loyal. "Doch Grossmans Loyalität ist keine kritiklose Unterordnung." Er und andere Intellektuelle in Israel zeigten, dass neben Solidarität auch die Meinungsfreiheit und der Streit den Staat ausmachten, der als verteidigenswert gelte. "Loyalität und Kritik sind keine Gegensätze, recht verstandene Loyalität und Kritik bedingen einander", sagte der frühere DDR-Bürgerrechtler und ehemalige Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde.

Der 56-Jährige Grossman gilt als einer der einflussreichsten Schriftsteller und Journalisten Israels und setzt sich seit Jahren für die Aussöhnung mit den Palästinensern ein. Die Jury des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, erklärte, Grossman zeige in seinem Hauptwerk "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warne vor ihrer zunehmenden Militarisierung. "So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet", hieß es.

In dem Buch verarbeitete Grossman den Tod seines Sohnes, der 2006 im zweiten Libanonkrieg von einer Rakete der Hisbollah getötet wurde. Wenige Tage zuvor hatte Grossman bei Ausbruch des Krieges mit anderen Schriftstellern eine Waffenruhe gefordert.

APN/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker