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Hintergrund: Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Seit 1950 hat der in Frankfurt ansässige Börsenverein mehr als 50 Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler und Politiker ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland. Mit dem Preis soll eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt werden, die vor allem auf den Gebieten Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.

Verliehen wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung jedes Jahr während der Buchmesse im Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Dachverband der deutschen Buchbranche. Ort der Preisübergabe ist die Frankfurter Paulskirche, Tagungsort der Frankfurter Nationalversammlung von 1848, die für die demokratische Entwicklung Deutschlands von historischer Bedeutung war.

Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins und Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen. Vorschläge für den Preisträger kann jedermann machen.

Um die Preisträger hat es wiederholt Auseinandersetzungen gegeben. So war 1995 das Votum für die Orientalistin Annemarie Schimmel umstritten, der Kritiker mangelnde Distanz zu fundamentalistischen Positionen des Islams vorwarfen. Die Entscheidung für den senegalesischen Staatspräsidenten Leopold Senghor führte 1968 zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. 1974 und 1981 wurde die Feierstunde von Sympathisanten und Angehörigen der terroristischen Rote Armee Fraktion gestört.

Eine Kontroverse löste der Schriftsteller Günter Grass 1997 aus, als er in seiner Laudatio auf den türkischen Preisträger Yasar Kemal die Kurdenpolitik der Bundesrepublik kritisierte. 1998 entbrannte nach der Rede des Preisträgers Martin Walser eine monatelange Diskussion in Deutschland über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit.

Bisherige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

Mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat der in Frankfurt ansässige Börsenverein seit 1950 mehr als 50 Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler und Politiker ausgezeichnet. Unter den Geehrten waren unter anderem Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Carl Friedrich von Weizsäcker (1963), Astrid Lindgren (1978), Yehudi Menuhin (1979) und Vaclav Havel (1989).

Nachfolgend die Liste der Preisträger der vergangenen zehn Jahre:
1993 - Friedrich Schorlemmer, deutscher Pfarrer und Bürgerrechtler
1994 - Jorge Semprun, spanischer Schriftsteller und Politiker
1995 - Annemarie Schimmel, deutsche Orientalistin
1996 - Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller
1997 - Yasar Kemal, türkischer Schriftsteller
1998 - Martin Walser, deutscher Schriftsteller
1999 - Fritz Stern, amerikanischer Historiker
2000 - Assia Djebar, algerische Schriftstellerin und Historikerin
2001 - Jürgen Habermas, deutscher Soziologe und Philosoph
2002 - Chinua Achebe, nigerianischer Schriftsteller
2003 - Susan Sontag, US-amerikanische Schriftstellerin