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Günter Grass: Nobelpreisträger wird zum Märchenonkel

In seiner Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" sprach Günter Grass über seine Vergangenheit in der Waffen-SS. Nun veröffentlicht er ein sehr intimes Werk, das von seiner Patchwork-Familie handelt: In fiktiven Gesprächen lässt er seine acht Kinder zu Wort kommen - bietet "Die Box" Raum für weitere spektakuläre Enthüllungen?

Die Erwartungen an einen der bedeutendsten literarischen Buchtitel dieses Herbstes sind groß: Mit einer Bestsellerauflage von 150.000 Exemplaren erscheint nun "Die Box", das neue autobiografische Werk von Günter Grass. Schon im Vorfeld herrschte gespannte Neugierde, ob der Nobelpreisträger, 80, wie in seiner vor zwei Jahren Schlagzeilen machenden Jugend-Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" bislang Unbekanntes aus seinem Leben preisgeben würde - wie seine Zeit bei der Waffen-SS kurz vor Kriegsende als 17-Jähriger.

Leser, die allein auf spektakuläre Enthüllungen hoffen, dürften enttäuscht sein. Doch es wäre ein fatales Missverständnis "Die Box" als Fortschreibung der Jugend-Erinnerungen lesen zu wollen, die bei aller schriftstellerischen und stilistischen Kunstfertigkeit sehr nah an der Realität bleiben. Das neue Buch reicht von Anfang der 1960er Jahre bis in die 1990er. Es ist sehr persönlich, fast intim und literarisch außergewöhnlich angelegt: Märchenhaft durchwirkt, heute würde man sagen ein bisschen "fantasy" oder "mystery". Den Märchenton schlägt Grass jetzt schon im ersten Satz der "Box" an: "Es war einmal ein Vater" und gibt damit das Thema vor.

Von Schulproblemen und unglücklichen Liebschaften

Das Buch handelt von Grass als Vater und seinen insgesamt acht Kindern - sechs eigenen (von drei Frauen) und zwei Kindern, die seine Frau Ute mit in die Ehe brachte. Grass bittet in, wie sich herausstellt, fiktiven Sitzungen die längst erwachsenen und zum Teil selber schon graue Haare zählenden Kinder, zusammenzukommen und über ihre Kindheitserinnerungen zu berichten. Mehrfach treffen sich die Kinder mit dem Alten, jeweils in der Wohnung eines anderen.

Es wird mehrstimmig berichtet, berlinert, in kurzen, manchmal unvollendeten Sätzen gesprochen, dazwischengerufen. Es entsteht das Bild eines fast schon besessen schreibenden und politisch engagierten Schriftstellers, der als fürsorglicher Vater immer nur wenig Zeit für seine Kinder hat. Ein Partner, dessen erste Ehe möglicherweise deswegen scheitert, weil sich das Paar nie offen gestritten hat. Das Bild eines Mannes, der in der Midlife-Crisis von zwei Frauen zwei uneheliche Kinder bekommt und schließlich bei "Kamillchen", seiner jetzigen Frau Ute, innere Ruhe und Geborgenheit findet. Und die Kinder erzählen von sich, von Schulproblemen, von kleinen Diebstählen, unglücklichen Jugendliebschaften. Und sie blicken zurück auf den Vater und seine Beziehung zu seinen "vier starken Frauen".

Doch Moment, da wäre noch eine fünfte. Maria Rama, Fotografin, die jahrzehntelang die Familie Grass mit ihrer alten Agfa-Box aus den 1930er Jahren begleitete - und zudem für Günter Grass Recherche-Fotos für seine Bücher machte. Maria Rama, seit Jahren tot, gab es wirklich, Grass hat ihr bereits 1973 den Gedicht-, Grafik- und Fotoband "Mariazuehren" gewidmet und auch das neue Buch soll an sie erinnern, wie es in der Widmung heißt.

Die alte Agfa-Box von Maria Rama nutzt Grass jetzt zu einem literarischen Kunstgriff. Der Apparat kann nicht nur die Realität abbilden, sondern auch Vergangenes und Zukünftiges zeigen - oder auch frühere Wunschbilder der Kinder machen. Eines der unehelichen Kinder sieht auf einem Negativ sich gemeinsam mit beiden Eltern auf dem Kettenkarussell glücklich durch die Lüfte sausen. Grass selbst sieht auf einem Bild, als die Familie in jungen Jahren Badeurlaub an der französischen Atlantikküste macht, plötzlich seine Jungen in Militäruniform kurz vor der Invasion der Alliierten.

Diese drei Ebenen von surrealen, imaginären Wunsch- und Schreckensbildern, von vermeintlich authentischen Erinnerungen der Kinder und dazu die sparsam eingestreute Perspektive des Vaters machen "Die Box" zu einem einzigartigen, unvergänglichen literarischen Familienalbum seiner geliebten Patchwork-Familie. Grass hämmert sozusagen auf seiner alten Olivetti-Schreibmaschine Bilder, die den Leser mal erheitern, mal schrecken und mal nachdenklich machen.

Anonymität und Fiktion als Hindernis

Die Schwäche dieses autobiografischen Buches liegt ausgerechnet in seiner Stärke, der anspruchsvollen literarischen Konstruktion. Es fällt anfangs schwer, sich einzulesen. Die Namen der Kinder sind geändert, die der Frauen oder anderer Personen werden nicht konkret genannt. Die Sitzungen mit den Kindern sind erfunden, somit auch ihre Äußerungen. Wer die Grass'sche Familienbox und alles, was sich darin - oft in Andeutungen - befindet, genauer verstehen will, kann sich schlau machen - etwa mit der bereits vor Jahren erschienen Grass-Biografie des früheren stern-Chefredakteurs Michael Jürgs. Die Lektüre der "Box" dürfte dann noch ergiebiger sein.

DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(