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Hörspiel: Die "Drei ???" übernehmen zum 112. Mal jeden Fall

Hörspiel

Mit mehr als 26 Millionen verkauften Exemplaren zählen die Detektivgeschichten der "Drei ???" zu den erfolgreichsten Hörspielserien Deutschlands. Inzwischen sind die drei Detektive bei ihrem 112. Abenteuer, Schlucht der Dämonen, angekommen. Während einer Pferdeshow verschwindet der alte Gaul "Lady". Der Spürsinn der drei ist geweckt. Schnell werden die Ermittlungen jedoch zu einem gefährlichen Unterfangen, als das Trio bedroht wird – schwarze Federn sind das Warnsignal, das die unbekannten Täter hinterlassen. Bald führt eine heiße Spur die drei Detektive in die "Schlucht der Dämonen", einen unheimlichen Ort mitten in der Wüste. Justus, Peter und Bob müssen fest im Sattel sitzen, um dieses Abenteuer zu bestehen.

Sätze wie "Kollegen, wir stehen vor einem Rätsel" oder "Wir übernehmen jeden Fall" sind für Anhänger des jugendlichen Akte-X- Vorläufers Schlüsselreize, die Beifallsstürme auslösen. Autogrammjäger umlagern nach den Vorstellungen den Tourbus. Sie hoffen auf eine Unterschrift ihrer Idole auf alten Platten, Kassetten und T-Shirts.

Für Rohrbeck, der als Synchronsprecher auch Richard Fish aus der Fernsehserie "Ally McBeal" seine Stimme leiht, passt der Erfolg der "Drei ???" zur allgegenwärtigen Renaissance der 80er Jahre: "Manche Dinge, die man in der Kindheit angefangen hat, möchte man fortsetzen, weil sie einem ein vertrautes Gefühl geben. Dazu gehören Fondor-Würze, Brausetabletten und die 'Drei ???'."

Obwohl die "Kalifornier" schon seit Jahrzehnten mit Kombinationsgabe und Recherche knifflige Rätsel lösen, war ihr Aussehen lange ein Geheimnis. Filmaufnahmen im Studio zeigten ihre Gesichter nur als Schattenriss. Seit September 2002 versetzen die Originalsprecher Oliver Rohrbeck (1. Detektiv Justus Jonas), Jens Wawraczeck (2. Detektiv Peter Shaw) und Andreas Froehlich alias Bob Andrews (Recherchen und Archiv) ihre Fans auf mehreren Live-Tourneen in Angst und Schrecken.

Die 105-minütige Bühnenschau bietet Unplugged-Atmosphäre mit Geräuschen, Musik, Pleiten, Pech und Pannen. "Es ist kein herkömmliches Theater", betont Kühl. Vielmehr werde die Situation im Tonstudio nachempfunden, wenn es heißt "Achtung Aufnahme!". Statt die Fans ins Studio zu holen, werde das Studio zu den Fans gebracht. 70 Prozent der Hörerschaft seien Erwachsene im Alter von 20 bis 35 Jahren. "Eine Serie nur für Kinder sind die Kultkrimis längst nicht mehr." Jugendliche seien mit ihren Hörspielhelden groß geworden und ihnen treu geblieben.

Vor ihren Fans sind die Sprecher nirgendwo sicher. An den unmöglichsten Orten werden sie an der Stimme erkannt und angesprochen. So wurde Jens Wawraczeck bei einem Urlaub in Kenia von einem Jungen anhand seines Lachens "überführt". "Giraffen und Löwen auf der Safari fand er uninteressant. Er wollte die ganze Zeit nur über Justus, Bob und Peter sprechen", berichtet der 38-Jährige. Dabei habe er mit der Figur des Peter Shaw kaum Gemeinsamkeiten. Allerdings: "Ich verliere auch schnell die Geduld."

Über 26 Millionen Tonträger gingen seit der ersten Folge ("Die drei ??? und der Super-Papagei") im Jahre 1979 über den Ladentisch – davon allein 2,6 Millionen Exemplare im vergangenen Jahr. Damit sind "Die drei ???" die mit Abstand erfolgreichste Hörspielserie Deutschlands.