HOME

Illuminatus-Trilogie: Vorsicht Verschwörungstheorie!

Die Romantrilogie "Illuminatus(!)" von Robert Shea und Robert A. Wilson erschien 1975 in den USA und ist mittlerweile zu einem weltweiten Klassiker für alle Fantasy-und SciFi-Fans geworden.

Kein Angestellter verlässt die Abteilung ohne die Genehmigung vom Chef! Das Mgt

Der Zwerg mit Namen Markoff Chaney, genannt Midget, entwickelt bereits als Teenie "einen Abscheu gegenüber der gewöhnlichen Menschheit", der den Menschenhass anderer als zwergenhaft erscheinen lässt. Er studiert Mathematik, hasst aber die messbare Welt, die ihn einen "bizarren Zufallsfaktor schimpft". Mitte der siebziger Jahre erklärt er der Menschheit den Krieg. Er kramt seine pornographischen Tarot-Karten hervor, um noch einmal so richtig zu masturbieren und dann geht es los.

Er reist durch die USA und nimmt kleine, fast lächerliche Veränderungen an Hinweisschildern und Ampeln vor. Anweisungen von Firmenchefs, wie oben angeführt, verändert er leicht und stiftet Verwirrung unter den Angestellten, ohne dass diese wissen warum. Er tauscht die Ampelmännchen aus, die Geh-Männchen werden rot und umgekehrt. Das sind nur leichte Erschütterungen im Regelkorsett der Gesellschaft, aber effektiv. Er stiftet Unruhe unter den Menschen, die Hierarchien nicht in Frage stellen.

Ordnung vs. Unordnung, Anarchie vs. Hierarchie

Ohne es zu wissen, wird der Midget zum Bestandteil in einem Kampf von überzeitlicher Dimension. Es ist ein Kampf, der seinen Ursprung in Atlantis hat, wo bereits zwei grundsätzliche Prinzipien miteinander rangen: Ordnung vs. Unordnung, Anarchie vs. Hierarchie. Der Zwerg wird aufmerksam beobachtet von denen, die angetreten sind, das menschliche Individuum aus der Zwanghaftigkeit seines Daseins zu erretten, es zu wahrer Selbsterkenntnis und zur vollkommenen Harmonie mit sich selbst zu führen.

Die Story kreist um den Geheimbund der Illuminaten, die die Weltherrschaft erringen wollen. Ihr Ziel ist es, das "Eschaton zu immanentisieren" - soll heißen: sie wollen so viel menschliches Leben wie möglich vernichten, um sich durch die frei werdende Bewusstseinsenergie "transzendental zu illuminieren". Das bedeutet nichts anderes, als unsterblich zu werden. Der Körper und das Bewusstsein werden in reine Energie überführt und - nebenbei - auch die Iloigoren besänftigt, kosmische Wesen, die einst die Erde besuchten.

Hitler wartet in einem nahe gelegen Hotel

Der Zwerg Midget, eine Randfigur, ahnt nichts von diesen Dingen. Er weiß nicht, dass die Illuminaten (J. Edgar Hoover, Hitler, Mao u. a.) ihr Ziel mit drei Plänen verfolgen: eine biologische Waffe soll zum Einsatz kommen, ein Atomkrieg um eine karibische Insel ausgelöst und die Zuschauers eines Rockfestivals in Ingoldstadt, Bayern, sollen massakriert werden – und zwar von einer SS-Totenkopf-Division, die auf dem Grund eines Sees in der Nähe des Festivalgeländes quasi konserviert wurde. Die Musik einer Illuminaten-Band wird sie zum Leben erwecken, während Hitler in einem nahe gelegen Hotel wartet.

Ihre Gegenspieler sind verschiedene geheime Gruppen wie die JAMS (Justified Ancient of Mummu), die die Göttin des Chaos verehren, die ELF (Erisian Liberation Front), die vom Deleay Lama geleitet werden und einem Programm namens Operation Mindfuck (OM) folgen und der Legion des dynamischen Discords, geführt von Hagbard Celine, einem Atlanter, der in einem goldenen U-Boot unterwegs ist und das maßgebliche Werk" Pfeif nicht, wenn du pisst" verfasst hat.

Die positiven Energien eines Massenorgasmus'

Ihre Waffen: ein Computer namens FUCKUP, von Hagbard programmiert, der Vorhersagen treffen kann, Angriffe auf Ordnung und Autoritäten, der intensive Einsatz von Drogen und Sex, das Uralt-Lebwesen Leviathan, das sich in reiner Liebe mit FUCKUP verbinden wird. Auf dem Festival, das am 1. Mai 1976 stattfindet (Gründungstag der bayerischen Illuminaten in Ingoldstadt, Tag der Arbeit) erlebt die Göttin des Chaos, Eris (sie sieht aus wie Marylin Monroe) eine Reinkarnation, ausgelöst durch die positiven Energien eines Massenorgasmus'. Das Ganze - Glück gehabt - geht dann gut aus.

Noch Fragen?

Die Romantrilogie erschien 1975 in den USA und ist mittlerweile zu einem weltweiten Klassiker für alle Fantasy-und SciFi-Fans geworden. Nur an alle Verschwörungs-Theoretiker gerichtet: Achtung Satire! Die beiden Autoren Robert Shea und Robert A. Wilson, die sich als Mitarbeiter des Playboy kennenlernten, verarbeiten in der Trilogie so ziemlich alles, was an bekannten und unbekannten Mythen und Verschwörungstheorien existiert. Das alles wird mit der Geschichte der USA verbunden, vor allem mit den politischen und gesellschaftlichen Konflikten in den 60er Jahren, dem Kampf linker Gruppen gegen das so genannte Establishment. Dabei werden die esoterischen Praktiken und die Drogenexperimente der 60er und 70er Generation aufs Korn genommen.

Operation Mindfuck

Eine Art Droge stellt diese Erzählung selbst dar. Die Handlung ist komplex aufgebaut. Sie stellt eine Reihung zahlreicher Episoden dar, die auf verschieden Zeitebenen spielen, die Erzählperspektive wechselt häufig, es gibt unzählige fiktive und reale Personen, die den Naturgesetzen entrückt sind. So etabliert sich der Kampf gegen Ordnung und Autorität auch im Formalen.

Die Unübersichtlichkeit verwirrt und stellt eine Herausforderung an den Leser da. Aber es lohnt sich, wenn man sich darauf einlässt. Es geht um die Erfahrbarkeit einer Wirklichkeit, die über die gewohnte Wahrnehmung hinaus geht. Stichwort: Operation Mindfuck.

Tim Schulze
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.