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Neues Buch Er hat schon 14.000 Hausverbote erteilt: Jan Böhmermann gibt Einblick in seine Twitter-Welt

Meinungsfreiheit liegt Jan Böhmermann bekanntlich sehr am Herzen.
Jan Böhmermann
© ZDF/ Ben Knabe
Nur wenige Menschen sind in den sozialen Medien so präsent wie er. Nun präsentiert Jan Böhmermann in seinem Buch "Gefolgt von niemandem, dem du folgst" eine Auswahl seiner seit 2009 verfassten Tweets

Der Fernsehmoderator und Satiriker Jan Böhmermann, 39, ist seit Jahren sehr aktiv im Kurznachrichtendienst Twitter - und erteilt häufig "Hausverbot in meinem digitalen Kleinkunsttheater". So beschrieb der Macher von Sendungen wie "Neo Magazin Royale" oder "ZDF Magazin Royale" in der "Süddeutschen Zeitung" seine Taktik, viele Twitter-Accounts zu blockieren.

Diese Funktion nutze er "seit Dezember 2015 ausgiebig", sagte Böhmermann. "Da ist für mich die Idee zusammengebrochen, dass das Internet ein Ort sei, wo alle miteinander kommunizieren. 2015 entlud sich in diesem Medium, was sich in der Wirklichkeit angestaut hatte: der Hass."

In seinem an diesem Donnerstag, 10. September, erscheinenden Buch "Gefolgt von niemandem, dem du folgst: Twitter-Tagebuch. 2009-2020" (Kiepenheuer & Witsch) verrät Böhmermann, dass er knapp 14.000 Twitter-Accounts blockiert habe. "Bevor ich jemanden blockiere, schaue ich immer genau, was die posten", sagte er in dem Interview. "Als Indikator dienen mir oft durchgesickerte Begriffe." 

Jan Böhmermann blockt ausgiebig

Dies könne etwa "Gutmensch" sein. "Oder: Links-grün-versifft. Zwangsgebühr. Systemling." Viele Menschen zeigten ihre Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und ihrer Institutionen durch Sprache, sagte Böhmermann. "Das ist wie beim Zahnarzt, der mit blauer Farbe überprüft, wo man nicht gut geputzt hat. Sobald du in dieser Welt drin bist und das Sickergift geschluckt hast, fällt das sprachlich auf." Und dieses Gift wolle er "nicht in meinem Twitter-Feed haben (...). Nicht für mich und nicht für mein Publikum." Böhmermann hat auf Twitter gut zwei Millionen Follower.

In dem gleichen Interview erzählte der Satiriker über sein Twitter-Verhalten: "Während meiner Gesellenzeit bei Harald Schmidt wurde mir eingebläut, bloß nicht preiszugeben, was man wirklich denkt. Und wenn, dann es irgendwie so ironisch zu drehen, dass man nicht drauf festgenagelt werden kann. Damit kommt man aber nicht sehr weit." 

che/DPA

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