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Biografie von Roberto Blanco: Der Schwerenöter

Affären mit Stewardessen, Kolleginnen und Tänzerinnen: Schlagersänger Roberto Blanco stellte am Dienstag seine Biografie vor. Darin berichtet er ungeniert über sein wildes Sexleben. 

Roberto Blanco

Roberto Blanco bei einem Interviewtermin zu seiner Biografie "Von der Seele" in München

"Es ist mein Leben, ich stehe zu den Sachen", sagt Roberto Blanco am Dienstag bei Interviewterminen im Münchner Luxushotel "Bayerischer Hof". Er trägt eine aprikotfarbene Baseballjacke mit bunten Aufdrucken. Flott für einen 80-Jährigen. Blanco gestikuliert wild mit den Armen, lacht und wird dann ernst: In seiner Autobiografie "Von der Seele" habe er von seinem Leben berichten wollen, wie es war. "Ich will nichts verstecken", sagt er. Und tatsächlich ist es eine Art Enthüllungsbuch geworden.

Es geht darin nicht nur um seine 60-jährige Bühnenlaufbahn, um seinen Durchbruch mit "Ein bisschen Spaß muss sein" und die Jahre als Dauergast in deutschen Hitparaden. Blanco gibt Einblick in Privates, vor allem seine wilden Affären. Der Sänger, der fast 50 Jahre mit seiner Frau Mireille verheiratet war, ließ nur wenige Gelegenheiten zum Fremdgehen aus. Was viele ahnten und wohl auch seine Ex-Frau gewusst haben muss, ist nun Schwarz auf Weiß nachzulesen.

Roberto Blanco hatte Sex mit Stewardessen

Die "Bild"-Zeitung druckte am Dienstag bereits Auszüge aus dem Buch. Demnach habe Blanco einmal die ganze Revue-Tänzerinnen-Gruppe seines Vaters verführt. "Erst habe ich mit einer geschlafen, dann mit einer anderen. Das gab einen Riesenstreit!", schreibt Blanco im Buch. In Hongkong sei es zu einer Affäre mit der Tochter eines deutschen Geschäftsmanns gekommen. "Sie hat mir die Stadt gezeigt. Und sehr, sehr viele andere Dinge", heißt es im Buch. Und von der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien berichtet er über wilde Party mit Stewardessen: "Wir haben jeden Abend ausgelassen gefeiert. Und ich bin jede Nacht mit einer anderen Fluglinie geflogen."

Reue oder Prahlerei?

Es ist ehrenwert, dass Blanco nach teilweise über 40 Jahren reinen Tisch machen möchte und auch über die Kapitel seines Lebens spricht, mit der er seine Familie verletzt und letztlich sogar zerstört hat. Zu seiner Ex-Frau hat er keinen Kontakt mehr, 2012 wurde die Ehe mit Mireille geschieden, auch das Verhältnis zu seinen beiden Töchtern aus dieser Ehe gilt als zerrüttet.

Doch wie späte Reue wirken die beschriebenen Eskapaden nicht, eher wie Prahlerei. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack an einem ansonsten intimen Buch über ein facettenreiches und spannendes Leben. Am Ende bleibt die Frage: Roberto Blanco, der tolle Hecht oder Roberto Blanco, der Schwerenöter? Er scheint gelernt zu haben. Inzwischen ist der 80-Jährige wieder verheiratet und sagt: "Heute bin ich nur noch einer Frau treu, meiner Ehefrau Luzandra." 

mai