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Film-Kritik

"Happy Burnout": Wotan Wilke Möhring brilliert als Punk mit Herz

Während sein BVB ins Finale einzog, feierte Wotan Wilke Möhrings neuer Film "Happy Burnout" Premiere. Darin spielt der 49-Jährige einen anarchisch-liebenswerten Alt-Punk, der in eine brave Therapiegruppe gerät.

"Happy Burnout" mit Wotan Wilke Möhring

Wotan Wilke Möhring brilliert als Alt-Punk in der Komödie "Happy Burnout"

"Geil, Alter. Mensch, pfeif ab", brüllt Wotan Wilke Möhring ins Foyer des Hamburger Cinemaxx-Kinos. Wilke Möhring ist Dortmund-Fan, und sein BVB hat gerade das 3:2 gegen Bayern geschossen, wie er auf seinem Handy sehen konnte. Eigentlich wollte der Schauspieler im Stadion sitzen, aber er ist natürlich trotzdem zur Premiere seines neuen Films "Happy Burnout" gekommen, der heute in 200 Kinos bundesweit startet. Ehrensache. Schließlich ist Wotan der Hauptdarsteller und absoluter Mittelpunkt dieser feinen, kleinen Komödie.

Man könnte auch sagen: Wir haben es hier mit einer Art Wilke-Möhring-Festspiele zu tun. Das ganze Projekt ist auf ihn zugeschnitten, und er dankt es den Machern mit einer der besten Darstellungen seiner bisherigen Karriere. Selten war der 49-Jährige präziser, spielfreudiger und glaubwürdiger als in der Rolle des Alt-Punks Fussel. Der ist 43 und schlägt sich in Hamburg seit Jahren ohne Arbeit, aber mit viel Witz durchs Leben. Ein sympathischer Schmarotzer, der - wie seine Sachbearbeiterin Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff) bei der Arbeitsagentur kopfschüttelnd sagt - "von Hartz-4 lebt, seit es Hartz-4 gibt".

Trotzdem wickelt er die Dame mit seinem umwerfendem Proll-Charme immer wieder um den Finger und bekommt seine Stempel, ohne sich auch nur um einen Job zu bemühen. Bis zu einer externen Prüfung im Arbeitsamt. Ein letztes Mal noch kümmert sich Frau Linde und besorgt Fussel ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapieplatz in einer stationären Klinik. Der Alt-Punk zieht dort widerwillig ein, und es ist klar, was kommt.

"Happy Burnout" macht Spaß

Obwohl die Psychologin Alexandra (Anke Engelke) und die Klinikleiterin Dr. Gunst (Ulrike Krumbiegel) Fussel sofort durchschauen, merken sie schnell, dass der Punk den anderen Patienten gut tut. Der lebensmüde Günther (Michael Wittenborn), der Puppenspieler Datty (Kostja Ullmann), die ausgebrannte Mutter Merle (Julia Koschitz) und der dauergestresste Geschäftsmann Anatol (Thorben Liebrecht) werden nach einigen Irrungen und Wirrungen zu Freunden des anarchisch-liebenswerten Alt-Punks, der irgendwann im Lauf der turbulenten Handlung beginnt, auch mal über sich selbst nachzudenken.

Jeder therapiert am Ende jeden. Das klingt kitschig, und das ist es auch. Regisseur André Erkau und sein Drehbuchautor Gernot Gricksch schrammen häufig am Klischee entlang, und kriegen doch immer wieder die Kurve. Manchmal knarzt die Handlung etwas, einiges ist sehr vorhersehbar, aber die Spielfreude der durchweg großartigen Darsteller macht das schnell wieder wett. Man sieht ihnen einfach gern bei der Arbeit zu. "Happy Burnout" macht Spaß, ohne ein Schenkelklopfer zu sein. Und Wotan Wilke Möhrings Alt-Punk-Darstellung könnte an jeder Schauspielschule als Anschauungsmaterial vorgeführt werden. Mit jedem Wort und jeder Geste ist er Fussel. So geht Glaubwürdigkeit. 

Wotan Wilke Möhring: "Ich glaube an Liebe auf den ersten Blick"


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.