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Filmkritik

"Solo: A Star Wars Story": Der letzte Live-Rock'n'Roller der Galaxis

Wie lernte Han Solo Chewbacca kennen? "Solo" erzählt die Vorgeschichte des Mannes, der Humor und Lässigkeit in die Pathos triefenden "Star Wars"-Filme gebracht hat. Gemessen daran ist der Film ein wenig zahm geraten.

"Solo: A Star Wars Story"

"Solo: A Star Wars Story" erzählt, wie Han Solo (Alden Ehrenreich) seinen Begleiter Chewbacca kennengelernt hat und zu seinem Millennium Falken gekommen ist. 

Den Aufbruch hatte er sich anders vorgestellt: Der junge (Alden Ehrenreich) möchte zusammen mit seiner Freundin Qi'ra (Emilia Clarke) das prekäre Leben auf dem Planeten Corellia hinter sich lassen und in eine glorreiche Zukunft als Pilot aufbrechen. Doch der Plan geht schief: Die Frau wird gefasst, Han kann entkommen. Weil er keinen Nachnamen hat und allein reist, trägt der Zollbeamte in seinen Papieren den Zusatz "Solo" ein - damit ist sein Name geboren.

Damit ist der Held aber noch nicht komplett: Im weiteren Verlauf des Films lernt Han Solo seinen Weggefährten Chewbacca kennen und bringt den legendären Millennium Falken in seinen Besitz. 

Die Vorgeschichte von Han Solo 

Die eigentliche Geschichte setzt drei Jahre nach der Flucht ein. Han Solo ist abgebrannt und schließt sich dem Freibeuter Beckett (Woody Harrelson) an, mit dem er einen Überfall plant. Der geht jedoch schief, und jetzt stehen die beiden in der Schuld von Dryden Vos (Paul Bettany), eines schwerreichen Schurken in bester James-Bond-Tradition.

"Solo: A Star Wars Story"

Emilia Clarke ("Game of Thrones") spielt Qi'ra, die Jugendliebe von Han Solo.

Dryden gibt ihnen eine letzte Chance: Sie müssen für ihn einen gewagten Beutezug unternehmen. Als Aufsicht stellt er ihnen eine Mitarbeiterin zur Seite - es ist Solos Jugendliebe Qi'ra, die mittlerweile im Dienste des Fieslings steht. Solo macht sich Hoffnungen auf ein Liebescomeback.

"Solo: A Story" ist ein rasanter, geradlinig erzählter Actionfilm geworden, der am Ende mit einigen hübschen Plot-Twists überrascht. Dabei verzichtet er auf allen esoterischen Jedi-Ballast, dieser Film will einfach nur unterhalten, ohne durch allzuviel Tiefgang abzulenken. Das Vorhaben geht auf.

Ron Howard übernahm kurzerhand die Regie

Dabei stand die Produktion unter keinem guten Stern: Noch während der Dreharbeiten wurden die ursprünglich engagierten Regisseure Phil Lord und Chris Miller wegen Meinungsverschiedenheiten gefeuert. Kurzfristig sprang Ron Howard ("A beautiful Mind") ein. Ein solider Handwerker, der für risikofreie Mainstream-Streifen ohne jede Spur von Genialität steht. Damit ist er so ziemlich das Gegenteil des unangepassten Han Solo - und alles andere als eine Traumbesetzung für die Regie.

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Dass sein Film dem letzten Live-Rock'n'Roller der Galaxis letztlich nicht ganz gerecht wird, liegt auf der Hand. Ein bisschen mehr Frechheit, ein bisschen mehr Wahnsinn hätte dem Ganzen gut getan. An liegt es nicht, in dessen Augen immer wieder der von Harrison Ford bekannte Schalk aufblitzt. 

Dennoch: Wer zwei Stunden gute Kinounterhaltung sucht, ist hier goldrichtig. Und für hartgesottene "Star Wars"-Fans ist "Solo" ohnehin ein ein Muss - wird hier doch eine weitere Lücke in der Weltraumsaga geschlossen. "Ich werde Pilot. Der Beste in der ", sagt der junge Han Solo an einer Stelle. Der Zuschauer weiß: Er sollte Recht behalten.