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"Top Gun"-Regisseur: Filmwelt trauert um Tony Scott

Der Regisseur Tony Scott bescherte Actionfans Klassiker wie "Top Gun" oder "Staatsfeind Nr. 1". Im Alter von 68 Jahren hat sich der jüngere Bruder von Ridley Scott in L. A. von einer Brücke gestürzt.

Der vor allem für seinen Actionfilm "Top Gun" bekannte britische Regisseur Tony Scott hat sich das Leben genommen. Der 68-Jährige sei am Sonntag (Ortszeit) von einer Brücke im kalifornischen San Pedro gesprungen, teilte das rechtsmedizinische Institut in Los Angeles mit. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurde im an der Brücke geparkten Auto von Scott ein handschriftlicher Abschiedsbrief gefunden.

Ein Zeuge alarmierte die Polizei, weil sich ein Mann um die Mittagszeit (gegen 21.30 Uhr MESZ) von der Vincent-Thomas-Brücke in der Hafengegend südlich von Los Angeles gestürzt habe. Nach Angaben der Feuerwehr suchten Taucher den Leichnam im trüben Hafenwasser, bevor Scotts Leiche knapp drei Stunden später am Flussufer geborgen wurde. "Ich bestätige den Tod von Tony Scott", sagte eine Sprecherin des Regisseurs und Produzenten. Sie bat um Respekt vor der Privatsphäre der Familie, seiner dritten Ehefrau Donna Scott und den Zwillingssöhnen des Paares.

Scott war im Jahr 1944 im britischen Stockton-on-Tees zur Welt gekommen. Seine Karriere hatte er in den 1970er Jahren unter den Fittichen seines sieben Jahre älteren Bruders Ridley ("Alien", "Gladiator", "Robin Hood") gestartet. Bis zu seinem Tod arbeitete Tony eng mit seinem Bruder Ridley zusammen, dessen unlängst gestarteten Science-Fiction-Film "Prometheus" er noch produzierte.

Als gelernter Grafikdesigner machte sich Tony Scott vor allem durch die Kameraführung seiner actionreichen Spielfilme einen Namen in Hollywood. Der Kassenschlager "Top Gun" machte 1986 nicht nur ihn, sondern auch den aufstrebenden Tom Cruise in der Hauptrolle als US-Kampfpilot weltweit bekannt. Scott engagierte den Schauspieler 1990 erneut, diesmal als Rennfahrer in "Tage des Donners". Zu seinen erfolgreichsten Regiearbeiten gehörten außerdem "Staatsfeind Nr. 1" und "Spy Game". Einer seiner Lieblingsschauspieler war Denzel Washington, mit dem er unter anderem "Déjà Vu" drehte.

mlr/DPA/AFP / DPA