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Colin Firth erhält Golden Globe: Er wird mit dem Alter immer besser

Mit sieben Nominierungen war "The King's Speech" als großer Favorit in den Trophäenwettbewerb gezogen. Der britische Schauspieler Colin Firth holte als stotternder König George VI. am Ende die einzige "King"-Trophäe. Ein gelungener Golden Globes Abend für den Briten.

Noch vor einem Jahr stahl ihm Jeff Bridges mit seiner Rolle in "Crazy Heart" die Schau. Denn obwohl Colin Firth dank seiner Leistung als homosexueller Selbstmordkandidat in Tom Fords elegant-melancholischem Regiedebüt "A Single Man" als Favorit galt, ging er 2010 bei den Golden Globes und bei der Oscar-Verleihung leer aus. Dieses Jahr fängt es für Colin Firth jedoch deutlich besser an: Auf dem Hollywood Boulevard erhielt der 50-jährige Brite vergangene Woche seinen eigenen Stern. Vor allem aber holte er in der Nacht zu Montag endlich seinen ersten Golden Globe - und hat auch beste Chancen auf einen Oscar.

Tatsächlich liefert Firth als stotternder Monarch George VI. ­ Urgroßvater von Prinz William - in Tom Hoopers "The Kings Speech" seine wohl eindrucksvollste Darstellung ab. Das geistreiche Historien-Psychodrama, das bei uns am 17. Februar in die Kinos kommt, wurde bereits international gefeiert und vielfach preisgekrönt.

Dem Sohn eines Geschichtsdozenten und einer Religionswissenschaftlerin aus der Grafschaft Hampshire, der seine Kindheit unter anderem in Nigeria verbrachte, scheint sich zu entwickeln wie edler Portwein: Er wird mit dem Alter immer besser. Über sich selbst sagte Firth einmal: "Ich war sehr nichtssagend ­ wie der durchschnittliche 25-Jährige eben. Ich sah immer zu diesen älteren Schauspielern auf und dachte: "So wäre ich auch gerne."" Das klingt dann aber doch nach typisch englischem Understatement. Schließlich fiel er bereits auf der Schauspielschule auf und begann seine Laufbahn als gefragter Darsteller auf Londoner Westend-Bühnen.

Dann drehte er bald diesseits und jenseits des Atlantik. Dabei machte er etwa in berühmten Kostümproduktionen wie "Shakespeare in Love" und "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" sowie der BBC- Fernsehserie "Stolz und Vorurteil" nach Jane Austen eine exzellente, oft britisch verhalten agierende Figur. Einem größeren Kinopublikum wurde er in der erfolgreichen Beziehungskomödie "Bridget Jones" bekannt und hatte Diven wie Meryl Streep (in "Mamma Mia!"), Emma Thompson, Scarlett Johansson oder Renée Zellweger als seine Partnerinnen. Mit Charakterrollen wie den seelisch gepeinigten Helden in "A Single Man" und "The Kings Speech" ist der 50-jährige nun auf einer anderen Ebene angekommen.

Ulrike Cordes, DPA / DPA