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Deutscher Filmpreis: Lola hat ein Herz für Flops

Heute werden die besten deutschen Kinofilme ausgezeichnet. Kritiker preisen das hohe Niveau - doch beim Publikum fallen Filme wie "John Rabe" glatt durch. Warum das anspruchsvolle Kino beim Zuschauer scheitert - und der lieber Til Schweiger sieht.

Von Sophie Albers

Caroline Link nennt die Dinge gern beim Namen: Mit Verve wirft die Oscar-prämierte Regisseurin ("Nirgendwo in Afrika") ihr braunes Haar zurück, dreht sich zu ihren Kollegen Uli Edel (Regisseur von "Der Baader Meinhof Komplex") und Florian Koerner von Gustorf (Produzent von "Jerichow") und sagt mit forschlauter Stimme: "Gute Kritiken und Preise reichen nicht. Ich bin schon traurig, dass mein Film 'Im Winter ein Jahr' nur 250.000 Zuschauer hat." Schweigen in der Runde. Auch ein bisschen Betroffenheit, denn es war doch gerade so harmlos-gemütlich bei den Lola-Visionen, einer Vorab-Diskussionsveranstaltung zum Deutschen Filmpreis mit den Regisseuren, deren Filme nominiert sind. Aber jetzt ist es raus: Durchs deutsche Kino zieht sich eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Kritikerlob und Zuschauerzahlen.

Sechs Filme gehen in diesem Jahr ins Rennen um die Lola, die am Freitag in Berlin zum fünften Mal von der Deutschen Filmakademie vergeben wird: Caroline Links Trauerverarbeitungs-Drama "Im Winter ein Jahr", Uli Edels Terror-Action "Der Baader Meinhof Komplex", Christian Petzolds Kapitalismus-Beziehungs-Meditation "Jerichow", Andreas Dresens Sex-im-Alter-Drama "Wolke 9", Florian Gallenbergers Geschichte über den "guten Nazi" "John Rabe" sowie Özgür Yildirims Hamburger Mobster-Abenteuer "Chiko". Tolle Geschichten, tolle Schauspieler, tolle Umsetzung. Die Ausstattung von "John Rabe", der in China spielt, ist überwältigend. Josef Bierbichler in "Im Winter ein Jahr" und Nina Hoss in "Jerichow" zeigen große Darstellungskunst, "Wolke 9" hat sich wirklich was getraut, und "Chiko" ist wunderbar kantiges Gangster-Kino. Trotzdem ist das Urteil der blanken Zahlen am Ende ernüchternd: Dem deutschen Kinozuschauer ist der von den Feuilletons gefeierte und geforderte Anspruch nämlich ziemlich egal.

Wo die Messlatte liegt

Caroline Link ist mit rund 250.000 Zuschauern in fünf Monaten sogar noch ganz gut weggekommen. "John Rabe", mit sieben Nominierungen Filmpreis-Favorit, gilt mit gut 80.000 Zuschauern in knapp einem Monat als gefloppt. "Jerichow", der Anfang Januar in die Kinos kam, haben bisher etwas mehr als 90.000 Menschen gesehen. Bei "Chiko", der im Frühjahr 2008 anlief, waren es ebenfalls knapp 80.000. "Wolke 9" hat seit September fast 500.000 Zuschauer gefunden, was für den kleinen Film ein Überraschungserfolg ist. An der Kinokasse mit Abstand am erfolgreichsten war "Der Baader Meinhof Komplex" (Start September 2008) mit fast 2,5 Millionen Besuchern. Obwohl sich die Macher des RAF-Dramas sicher mehr versprochen haben: Immerhin war der Film für den Auslands-Oscar nominiert, es gab eine groß angelegte Werbekampagne und eine heftige Diskussion in den Medien.

Die Messlatte liegt nämlich deutlich höher: "Keinohrhasen" war mit 6,2 Millionen Zuschauern der erfolgreichste Film 2008. Insgesamt. Weder "James Bond: Ein Quantum Trost", noch "Madagascar 2" oder "Mamma Mia!" haben mehr Besucher ins Kino gezogen. Til Schweigers Beziehungsklamauk mit Profi-Schnute Nora Tschirner hat 40 Millionen Euro eingespielt. Und das ohne den ganzen Werbe-Krach, den Edels RAF-Film zu Hilfe nahm.

2008 war ein gutes Kinojahr, es wurden so viele Tickets verkauft wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Und auch der Anteil deutscher Filme ist gestiegen: 26,6 Prozent. Vorher waren es gerade mal 15. Doch bei all dem Jubel bleibt eben die Frage, was der Zuschauer denn eigentlich sehen möchte. Ein Blick auf die deutschen Kinocharts zeigt, dass es nicht der hohe Anspruch ist.

Von Otto bis Bully

Der bisher größte Kassenerfolg war "Otto - Der Film" 1985 mit 14,5 Millionen Zuschauern (West und Ost). Und dann kommt auch schon Bully Herbig mit 11,7 Millionen für der "Der Schuh des Manitu (2001) und 9,2 Millionen für "T(r)aumschiff Surprise" (2004). Zwischen "7 Zwerge", "Otto - Der neue Film" und "Werner" finden sich dann immerhin noch "Good Bye, Lenin" auf Platz fünf mit 6,6 Millionen und auf Rang zehn "Das Boot" mit 5,8 Millionen. Und um den deutschen Kinogeschmack noch mal ganz deutlich zu machen: Den Oscar-Abräumer "Slumdog Millionär", der in den internationalen Medien rauf und runter gelobt wird, haben seit dem Start am 19. März rund 1,3 Millionen Kinogänger gesehen. "Männersache", von Kodderschnauze Mario Barth, haben sich im gleichen Zeitraum knapp 1,8 Millionen Zuschauer angeschaut.

Mal abgesehen davon, dass der Deutsche es offenbar lieber lustig mag, gibt es natürlich viele Gründe, warum der eine Film scheitert und der andere nicht. Und es sei immer schwierig, eindeutige Ursachen zu benennen, sagt Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung Berlin Brandenburg, die sowohl die Entstehung von "John Rabe" als auch von "Der Baader Meinhof Komplex" unterstützt hat. Eine mögliche Erklärung findet sie im Gespräch mit stern.de dann aber doch: "Das Publikum will wissen, was es erwartet. Das war bei 'Die Welle', 'Der Baader Meinhof Komplex' und auch bei Doris Dörries 'Kirschblüten - Hanami' so. Die waren gut vermarktbar."

Also alles eine Frage des Marketings? Die interessanteste Frage ist aber natürlich, ob sich der Misserfolg auf die Förderung auswirken wird. Ob Caroline Link Recht hatte, als sie den hehren Kunstanspruch mit dem Satz erledigte: "Was wirklich zählt, ist allein der kommerzielle Erfolg."

Schönebergers Hologramm-Pailletten

Die Filmförderung unterstütze "am liebsten beides", sowohl die Kunst, als auch den Erfolg, sagt Niehuus. "Alle deutschen Förderungen haben ein doppelköpfiges Profil. Bei uns sind einige Projekte deutlich kommerziell, und das ist überhaupt nicht abwertend gemeint. Auf der anderen Seite fördern wir Filme mit ausgeprägt künstlerischem Profil, bei denen der Besuchererfolg nicht im Vordergrund steht." In der Theorie existieren Kunst und Erfolg also nebeneinander. Wie stichhaltig die Theorie ist, wird sich am Freitagabend bei der Preisvergabe zeigen.

Der Abend der Lolas ist nicht nur eine Glamourparty, die uns mit neuen Kleideranekdoten von Moderatorin Barbara Schöneberger versorgt - die diesmal übrigens in "Hologramm-Pailletten" kommt, "die sich gut um die Kurven legen" -, sondern ist selbst Filmförderung. Die Lolas in 15 Kategorien sind mit insgesamt knapp drei Millionen Euro dotiert, das Geld muss in neue Filmprojekte fließen. Die Entscheidung, wer gewinnt, ist also auch Indikator dafür, wer und was förderungswürdig ist. Aber da schießt Caroline Link schon wieder quer. Als eines der 1100 Mitglieder der Filmakademie, welche die Preisträger kürt, hat sie die nominierten Filme gesehen und bewertet, und sie sagt: "Das Diskutieren über die Filme ist wertvoller als die Preisverleihung selbst." Also geht es doch um die Kunst.

Die Gala wird zeitversetzt ab 22:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(