HOME

Kinderfilme: Das fliegende Klassenzimmer

Erich Kästners Jugendbuch ist bereits in den 70er Jahren erfolgreich verfilmt wurde. Über 30 Jahre hat es gedauert, bis Tomy Wigand eine modernere Fassung gereht hat.

Erich Kästners Jugendbuch "Das fliegende Klassenzimmer" ist ein Klassiker, der bereits in den 70er Jahren erfolgreich verfilmt wurde - mit Joachim Fuchsberger. Über 30 Jahre hat es gedauert, bis Tomy Wigand den Versuch startete, eine modernere Fassung zu drehen.

Jonathan (Hauke Diekamp) ist schon von acht Internaten geflogen. Sicherlich wird er es in Leipzig am Internat des berühmten Thomanerchors auch nicht lange machen. Doch er rechnet nicht mit der Bereitschaft seiner Stubenkollegen, sich mit ihm anzufreunden. Und auch der engagierte Musiklehrer Justus (Ulrich Noethen) trägt dazu bei, dass sich Jonathan schnell wohl fühlt. Schon bald dreht sich in seinem Leben alles um den Kampf gegen die "normalen" Schüler, um Späße mit den Freunden und um den Wert echter Freundschaft. Als die Jungs in ihren Geheimversteck, einem alten Wohnwagen, das Theaterstück "Das fliegende Klassenzimmer" entdecken, beschließen sie, es aufzuführen, nicht wissend, dass sie dabei ihren Lehrer Justus in einen Gewissenskonflikt bringen.

Die moderne Verfilmung ist sehr gut gelungen. Sie nimmt sich Freiheiten heraus und bezieht etwa das Thema der deutschen Mauer mit ein. Hemmungslos lässt der Regisseur die Kinder alte Kästner-Verse rappen, dass es nur so kracht - was vielen Kritikern übel aufgestoßen ist. Auch Piet Klocke als schrulliger Schulrektor ist eine gewagte Sache. Klocke macht seine Sache aber sehr gut.

Der Film setzt einmal mehr die Kinder in den Vordergrund: Jonathan (Hauke Diekamp), Martin (Philipp Peters-Arnolds), Matz (Frederick Lau) und Ulli (Hans Broich-Wuttke) wachsen dem Zuschauer schnell ans Herz, was auch am superben Spiel der Jungen liegt.

Ein Klassenzimmer-Rap, ein Audiokommentar, ein Making of, Interviews, gelöschte Szenen und eine B-Roll gehören zu den DVD-Extras.

Carsten Scheibe