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Faye Dunaway wird 75 Das Sexsymbol des neuen Hollywood

Faye Dunaway
Faye Dunaway
© DPA
In den 70er Jahren war Faye Dunaway eine der begehrtesten Schauspielerinnen der Welt. Mit ihren Rollen in "Bonnie und Clyde", "Chinatown" und "Network" wurde sie zum schönsten Gesicht von New Hollywood. Auch mit 75 mischt sie noch im Filmgeschäft mit.

Auch wenn es heute schon viele vergessen haben: In den späten 60ern und frühen 70ern war Faye Dunaway eine der gefragtesten Schauspielerinnen des Planeten. Ihr Aufstieg erfolgte parallel zu dem des New Hollywood, jener Bewegung zumeist junger Regisseure, die das alte Studio-System sprengten und neue, drastischere Inhalte auf die Leinwand brachten. Am 14. Januar feiert Dunaway, die ihren Memoiren zufolge bereits mit fünf Jahren Schauspielerin werden wollte, ihren 75. Geburtstag.

Ihren Durchbruch feierte Faye Dunaway an der Seite von Warren Beatty 1967 mit Arthur Penns Gangsterballade "Bonnie und Clyde". Mit seiner für die damalige Zeit unerhörten Gewaltdarstellung rüttelte der Film die behäbige Filmlandschaft gehörig auf und geriet zu einem gigantischen Kassenschlager. "Bonnie und Clyde" gilt damit als Keimzelle des New Hollywood - der Film zeigte, dass man mit einer neuen Art des Filmemachens erfolgreich sein kann. Gleich für ihre erste Rolle erhielt Dunaway eine Oscar-Nominierung, und befand sich auf einmal in der ersten Liga der Filmszene.

Ein Jahr später drehte sie zusammen mit Steve McQueen "Thomas Crown ist nicht zu fassen". Der Film enthielt den zu seiner Zeit längsten Kuss der Filmgeschichte - einer der Gründe, weshalb Dunaway in jenen Jahren zum Sexsymbol aufstieg.

1970 arbeitete sie erneut mit Regisseur Arthur Penn. In dem Spätwestern "Little Big Man" spielte sie an der Seite von Dustin Hoffman, der wie Dunaway 1967 seinen Durchbruch feierte. Hoffman reüssierte in dem New-Hollywood-Klassiker "Die Reifeprüfung".

Die Allüren der großen Starlets

Zu den Höhepunkten ihres Filmschaffens zählt ihre Rolle in Roman Polanskis 1974 gedrehtem Neo-Noir Thriller "Chinatown", für den sie ihre zweite Oscar-Nominierung einheimste. Faye Dunaway verkörpert die Witwe Evelyn Cross Mulwray, die zusammen mit dem Privatdetektiv Jake Gittes (Jack Nicholson) ein Komplott aufdeckt. Wie schon "Bonnie und Clyde" spielt auch "Chinatown" in den 30er Jahren - keine andere konnte die Eleganz dieser Periode besser verkörpern als Faye Dunaway. Allerdings übernahm Dunaway auch die Allüren der großen Starlets der 30er Jahre - wodurch sie immer wieder mit Regisseuren aneinanderrasselte. Dieser Wesenszug war sicherlich mitverantwortlich dafür, dass sie ab den späten 70er Jahren immer seltener gute Rollenangebote bekam. 1990 spielte sie auch in der Fortsetzung "Die Spur führt zurück - The Two Jakes" mit. Der Film geriet jedoch künstlerisch wie kommerziell zum Flop.

Faye Dunaway bekam den Oscar für "Network"

Unter der Regie von Sydney Pollack geriet ihr Mitwirken in dem Polit-Thriller "Die drei Tage des Condor" zu einem weiteren Triumph. Sie spielte an der Seite von Robert Redford, der sie zunächst als Geisel nimmt, dann aber eine Affäre beginnt. Für ihre Rolle in Sidney Lumets Mediensatire "Network" erhielt sie 1976 endlich den überfälligen Oscar. Faye Dunaway spielt darin eine eiskalte, quotenfixierte TV-Produzentin, die sogar beim Sex an die Arbeit denkt.

In den 80er Jahren wurde es zunächst still um sie. Große Rollenangebote blieben aus, sie spielte in künstlerisch zweitrangigen Produktionen wie "Die verruchte Lady" (1982), "Supergirl" (1984) oder "Der Callgirl Club" (1986). Erst 1987 gelang ihr wieder ein großer Triumph. Sie spielte an der Seite von Mickey Rourke in Barbet Schroeders "Barfly". In dem an das wahre Leben Charles Bukowskis angelehnten Film verkörpert sie eine Alkoholikerin. Für diese Rolle erhielt Dunaway hervorragende Kritiken - und eine Golden-Globe-Nominierung.

Das Leben der Maria Callas

In den 90ern sorgte sie mit ihrem Auftritt in "Don Juan DeMarco" noch einmal für Furore. In dem Regiedebüt des Drehbuchautors und Psychotherapeuten Jeremy Leven spielt sie die Ehefrau an der Seite von Marlon Brando, einer anderen Ikone des New Hollywood.

Auch mit 75 Jahren ist Faye Dunaway noch jung genug, um etwas Neues zu wagen: Sie plant ihr Regie-Debüt. Sie will das Leben der legendären Opernsängerin Maria Callas auf die Leinwand bringen - nach ihrem eigenen Drehbuch. Ähnlich wie Callas hatte auch Dunaway in ihrem Leben kein dauerhaftes Glück mit den Männern: Ihre erste Ehe mit Peter Wolf, dem Sänger der J. Geils Band (1974 bis 1979), ging ebenso in die Brüche wie die zweite mit dem Fotografen Terry O'Neill (1983 bis 1987). Immerhin ging aus dieser Beziehung der Sohn Liam hervor, der bereits 1980 geboren wurde. Der scheint in die Fußstapfen seiner Mama zu treten - er ist auch Schauspieler geworden.


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