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Fimfestival: Berlinale 2003 eröffnet

Mit riesigem Star-Aufgebot sind die 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden. Richard Gere und Catherine Zeta-Jones wurden mit Applaus für ihren Film "Chicago" empfangen.

Mit begeistertem Applaus und vielen Bravo-Rufen ist der Berlinale-Eröffnungsfilm "Chicago" gefeiert worden. Die Hauptdarsteller Richard Gere, Catherine Zeta Jones und Renée Zellweger wurden lange bejubelt. Mehrere hundert Fans hatten die Hollywoodstars zuvor vor dem Berlinale-Palast begrüßt. Als Überraschungsgast war zum Auftakt der 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin auch Schauspieler Michael Douglas, der Ehemann von Catherine Zeta Jones, gekommen.

"Chicago" gilt als heißer Oscar-Anwärter

Rob Marshalls Verfilmung des erfolgreichen Broadway-Musicals "Chicago" gilt als ein heißer Anwärter auf den diesjährigen Oscar. Bei der Berlinale läuft er außer Konkurrenz. Erzählt wird der Wettstreit zweier Nachtclubsängerinnen, die vorübergehend im Gefängnis landen und ihr Schicksal einem schlitzohrigen Anwalt anvertrauen.

Mehr als 2000 Gäste feierten nach der Premiere den Start in das elftägige Festivaltreiben. Darunter waren unter anderem die Models Heidi Klum und Nadja Auermann, die Regisseure Wim Wenders und Helmut Dietl sowie die Schauspielerinnen Hannelore Elsner und Iris Berben. Bis zum 16. Februar werden bei der Berlinale wieder bis zu eine halbe Million Besucher erwartet.

Festival für den Frieden

Unter dem Motto "Towards Tolerance" zeigt das Festival mehr als 300 Filme aus 46 Ländern. Ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären gehen im offiziellen Berlinale-Wettbewerb 22 Regiewerke aus aller Welt. Darunter sind auch drei Beiträge aus Deutschland. In den nächsten Tagen werden Nicole Kidman, Daniel Day-Lewis, George Clooney, Oliver Stone, Kevin Spacey, Nicolas Cage, Dustin Hoffman und Renee Zellweger erwartet. Auch die französische Diva Anouk Aimee soll kommen und mit dem Goldenen Bären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden.

Der Run auf Bären hat begonnen

Am Wettbewerb nehmen 22 Produktionen teil, davon drei aus Deutschland: Wolfgang Beckers "Good Bye, Lenin", Oskar Roehlers "Der alte Affe Angst" und Hans-Christian Schmids "Lichter". Den Jury-Vorsitz hat der kanadische Regisseur Atom Egoyan. Die Retrospektive ist dem vor mehr als 70 Jahren in den USA gestorbenen Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau gewidmet. Die Sieger im Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Bären werden am 15. Februar gekürt. Einen Tag später endet die Berlinale mit einem Publikumstag.

Filmakademie nach dem Vorbild des Oscars

Kulturstaatsministerin Christina Weiss eröffnete die Festspiele mit den Worten: "Möge es ein Festival im Frieden werden." Weiss kündigte bei der Eröffnung eine Reform des deutschen Filmpreises an. Vom kommenden Jahr an sollen die "Lola" genannten Trophäen nach dem Vorbild des Oscars von einer Filmakademie verliehen werden. "Ich verspreche mir davon einen großen Imagegewinn für den deutschen Film", sagte Weiss laut vorab veröffentlichtem Redetext. Der Akademie sollen nach ihren Worten ehemalige Preisträger angehören, die über die Vergabe des höchstdotierten deutschen Kulturpreises entscheiden sollen. Bisher wurden die Preisträger von einer Jury ausgewählt und vom Kulturstaatsminister selbst verliehen.

Deutsche Filme besser als ihr Ruf

Der deutschen Films sei besser als sein Ruf, betonte Weiss. Sie wies darauf hin, dass die Bundesregierung ihre Filmförderung in den vergangenen fünf Jahren um gut 30 Prozent erhöht habe. Mit einer Novelle des Filmförderungsgesetzes in diesem Jahr werde eine präzisere und nachhaltigere Förderung angestrebt. "Zudem benötigt der deutsche Film eine akzentuierte Außenpolitik, die zugleich darauf angelegt ist, ein Kulturgut aus Deutschland im Ausland zu bewerben", betonte Weiss.